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Besorgter Obama verschärft Ton im Iran-Atomstreit

06.02.2012, 08:45
Besorgter Obama verschärft Ton im Iran-Atomstreit (Bild: EPA)
Foto: EPA
Die USA verschärfen die Tonart im Atomstreit mit dem Iran. Vor dem Hintergrund israelischer Angriffspläne auf die Islamische Republik hat US- Präsident Barack Obama am Sonntag betont, dass Washington "alles in seiner Macht Stehende tun wird, damit der Iran keine Atomwaffe bekommt". Zudem sprach Obama im Interview mit dem TV- Sender NBC über seine geplante zweite Amtszeit. "Die habe ich mir verdient."

Israel hat nach Einschätzung des US- Präsidenten keine konkreten Pläne für einen Angriff auf den Iran gefasst. "Ich glaube nicht, dass Israel eine Entscheidung getroffen hat." Bis sich Teheran aber von seinem Atomprogramm abwende, "wird Israel sehr besorgt sein, wie wir auch".

US- Verteidigungsminister Leon Panetta geht hingegen von einer "starken Wahrscheinlichkeit" aus, dass Israel den Iran im April, Mai oder Juni angreift. Damit wolle Israel verhindern, dass der Iran Atomwaffen fertigstelle und für israelische Angriffe unerreichbare unterirdische Uranlager anlege.

"Keine Iran- Option vom Tisch"

Diplomatie sei immer noch die "bevorzugte Lösung" des Atomstreits, betonte Obama. "Wir werden sicherstellen, dass die USA und Israel im Gleichschritt vorgehen und eine Lösung finden, hoffentlich auf diplomatische Weise." Es müsse verhindert werden, dass es zu einem nuklearen Rüstungswettlauf in einer instabilen Weltregion komme. Der Präsident wiederholte jedoch die Haltung der US- Regierung, wonach weiterhin keine Option vom Tisch sei.

Obama zeigte sich überzeugt, dass der internationale Druck auf den Iran wirke. Die Regierung in Teheran müsse lediglich glaubhaft darlegen, dass sie eine friedliche Nutzung der Atomkraft anstrebe und keine militärische. Die internationale Gemeinschaft sei in beispielloser Weise mobilisiert worden, und die scharfen Sanktionen gegen den Iran zeigten bereits Wirkung.

"Angriff auf USA unwahrscheinlich"

"Sie fühlen den Druck", sagte Obama. Zugleich wies er Befürchtungen zurück, der Iran könne mit einem Angriff auf die USA auf die Sanktionen reagieren. Ein solcher Angriff sei unwahrscheinlich. Der Iran hatte am Sonntag für den Fall einer Attacke mit Vergeltungsschlägen gedroht.

Obama ging in dem Interview auch auf innenpolitische Themen ein. Im Gegensatz zu den dramatischen Arbeitslosenzahlen zu Beginn seiner Amtszeit 2009 würden nun Arbeitsplätze geschaffen, und die Wirtschaft erhole sich. Vor drei Jahren seien 750.000 Arbeitsplätze pro Monat verloren gegangen - jetzt würden 250.000 geschaffen.

Obama als Präsident "noch nicht fertig"

"Ich habe eine zweite Amtszeit verdient", sagte Obama im Hinblick auf die im November stattfindenden Präsidentschaftswahlen. Zugleich fügte er hinzu, dass noch viel zu tun sei: "Wir sind noch nicht fertig." Es müsse sichergestellt werden, dass der US- Energiesektor vorangetrieben werde. Dazu zähle nicht nur die Förderung von Öl und Gas, sondern auch von sauberen Energien.

AG/red
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