"Die italienische Justiz ist gefährlicher als die Mafia. Die Staatsanwälte haben mich mit Bunga- Bunga- Geschichten verleumdet, obwohl für die Vorwürfe keinerlei Fundament besteht", sagte Berlusconi. Er richtete Angriffe auch gegen die EU, der er Einmischung in die italienische Wahlkampagne vorwarf. "Brüssel war an Monti gewöhnt, der stets vor den Forderungen der Merkel kniete", kritisierte der Chef der Mitte- rechts- Koalition, der auch als Spitzenkandidat bei der aktuellen Parlamentswahl antritt.
Laut italienischen Medien ist der Medienzar verärgert, weil er bei seinem letzten TV- Auftritt vor den Parlamentswahlen am Freitagabend, bei dem er die letzten Appelle an die Wählerschaft gerichtet hatte, die niedrigsten Einschaltquoten hatte. Berlusconi war mit seinem von der öffentlich- rechtlichen RAI gesendeten Appell auf lediglich 1,4 Millionen Zuschauer gekommen. Sein Rivale des Mitte- links- Blocks Pierluigi Bersani brachte es auf zwei Millionen und Premier Monti auf 1,9 Millionen. Dabei war Berlusconi gegen 21 Uhr aufgetreten, eine für die Einschaltquoten günstige Zeit.
Berlusconis Polit- Konkurrenten warfen ihm gravierende Verletzungen der Wahlkampfregeln vor. Der TV- Unternehmer befürchte ein Wahldebakel, daher breche er sogar die Schweigepflicht am Samstag, um die Wählerschaft noch zu seinem Gunsten zu beeinflussen, hieß es aus dem Mitte- links- Lager.