Weltweit aktiv

Bankomatkarten-Fälscherbande in Rumänien gefasst

Ausland
28.03.2013 17:09
Die rumänische Polizei hat ein Netzwerk von Bankomat- und Kreditkarten-Fälschern ausgehoben, das weltweit aktiv war. Vor allem in Deutschland und Großbritannien soll mit "geklonten" Karten enormer Schaden angerichtet worden sein, die Anklagebehörde sprach am Donnerstag von insgesamt mehr als zwei Millionen Euro. Die von den Kriminellen dafür an Bankomaten und Bezahlterminals "abgezogenen" Daten stammten zum Teil auch aus Österreich.

Mitglieder des Fälschernetzwerks hatten Geräte gebaut, die Daten der Bankomatkarten in dem Augenblick kopierten und speicherten, in dem ihre Besitzer sie an Geldausgabeautomaten oder an Bezahlungsterminals verwendeten.

Die so gewonnenen Daten der nichts ahnenden Bankkunden benützten die Fälscher, um "geklonte", also identisch aussehende Karten herzustellen. Auf diese Weise seien "namhafte Geldbeträge" ergaunert worden, gab das rumänische Ermittlungsbüro zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität bekannt. Außerdem sei das Netzwerk auch im Internet betrügerisch unterwegs gewesen.

Betroffene Länder waren Angaben der rumänischen Behörden neben Österreich u.a. auch Deutschland, Spanien, die Schweiz, Portugal, Frankreich und Großbritannien. Mit den gefälschten Karten wurde vor allem in Argentinien, Kolumbien, der Dominikanischen Republik, Japan, Mexiko, Südkorea, Sri Lanka, Thailand und den USA bezahlt.

Mehr als 400 Polizisten an "Pandora-Sturm" beteiligt
Die Ermittler hoben am Donnerstag zwei illegale Werkstätten in Rumänien aus, wo Geräte und Software für das Daten-"Skimming" entwickelt worden waren. "Skimming" heißt das illegale Ausspähen der geheimen Angaben von Bankomat- und Kreditkarten.

Bei 77 Hausdurchsuchungen wurden verbotenes elektronisches Equipment, Finanzdaten, "geklonte" Karten und Bargeld sichergestellt. 44 Verdächtige sitzen in Haft. Mehr als 400 Polizisten - darunter Polizeieinheiten aus mehreren europäischen Ländern, den USA und Australien - waren in die von der rumänischen Cybercrime-Einheit geleitete Operation "Pandora-Sturm" eingebunden. Im Unterschied zur rumänischen Staatsanwaltschaft, die den Schaden mit mehr als zwei Millionen Euro beziffert hatte, nannte die Polizei bisher keine Schadenshöhe.

Bankkartenbetrug als "extrem lukratives Geschäft"
"Tausende Kunden in ganz Europa" können mit solchen Methoden innerhalb kurzer Zeit zur Betrugsopfern werden, erklärte ein Sprecher von Europol. Bankkartenbetrug sei ein "extrem lukratives Geschäft". Das organisierte Verbrechen verdiene daran in der EU geschätzte 1,5 Milliarden Euro jährlich.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
28.03.2013 17:09
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung