Weltweit aktiv
Bankomatkarten-Fälscherbande in Rumänien gefasst
Mitglieder des Fälschernetzwerks hatten Geräte gebaut, die Daten der Bankomatkarten in dem Augenblick kopierten und speicherten, in dem ihre Besitzer sie an Geldausgabeautomaten oder an Bezahlungsterminals verwendeten.
Die so gewonnenen Daten der nichts ahnenden Bankkunden benützten die Fälscher, um "geklonte", also identisch aussehende Karten herzustellen. Auf diese Weise seien "namhafte Geldbeträge" ergaunert worden, gab das rumänische Ermittlungsbüro zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität bekannt. Außerdem sei das Netzwerk auch im Internet betrügerisch unterwegs gewesen.
Betroffene Länder waren Angaben der rumänischen Behörden neben Österreich u.a. auch Deutschland, Spanien, die Schweiz, Portugal, Frankreich und Großbritannien. Mit den gefälschten Karten wurde vor allem in Argentinien, Kolumbien, der Dominikanischen Republik, Japan, Mexiko, Südkorea, Sri Lanka, Thailand und den USA bezahlt.
Mehr als 400 Polizisten an "Pandora-Sturm" beteiligt
Die Ermittler hoben am Donnerstag zwei illegale Werkstätten in Rumänien aus, wo Geräte und Software für das Daten-"Skimming" entwickelt worden waren. "Skimming" heißt das illegale Ausspähen der geheimen Angaben von Bankomat- und Kreditkarten.
Bei 77 Hausdurchsuchungen wurden verbotenes elektronisches Equipment, Finanzdaten, "geklonte" Karten und Bargeld sichergestellt. 44 Verdächtige sitzen in Haft. Mehr als 400 Polizisten - darunter Polizeieinheiten aus mehreren europäischen Ländern, den USA und Australien - waren in die von der rumänischen Cybercrime-Einheit geleitete Operation "Pandora-Sturm" eingebunden. Im Unterschied zur rumänischen Staatsanwaltschaft, die den Schaden mit mehr als zwei Millionen Euro beziffert hatte, nannte die Polizei bisher keine Schadenshöhe.
Bankkartenbetrug als "extrem lukratives Geschäft"
"Tausende Kunden in ganz Europa" können mit solchen Methoden innerhalb kurzer Zeit zur Betrugsopfern werden, erklärte ein Sprecher von Europol. Bankkartenbetrug sei ein "extrem lukratives Geschäft". Das organisierte Verbrechen verdiene daran in der EU geschätzte 1,5 Milliarden Euro jährlich.







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