Alle haben überlebt

Bali: Jet mit über 100 Passagieren ins Meer gestürzt

Ausland
13.04.2013 14:35
Auf der indonesischen Insel Bali ist am Samstag ein Flugzeug der privaten Gesellschaft Lion Air mit über 100 Passagieren an Bord beim Landeanflug ins Meer gestürzt - entgegen ersten Meldungen schlug die Maschine kurz vor dem Bodenkontakt im Meer auf und rutschte nicht von der Landepiste. Die 101 Passagiere und die siebenköpfige Crew überlebten das Unglück auf der beliebten Touristeninsel.

Es seinen lediglich einige der Fluggäste leicht verletzt worden, sagte der Sprecher des Flughafens dem Nachrichtenportal Detik.com. Ein AFP-Reporter berichtete von sieben Passagieren offenbar indonesischer Herkunft, die ins Krankenhaus von Denpasar eingeliefert wurden. Sie wiesen leichtere Verletzungen an Kopf und Gliedmaßen auf.

Heck durch die Wucht des Aufpralls abgebrochen
Das abgestürzte Passagierflugzeug trieb nur wenige Meter vor der Küste im Wasser. Das Heck war durch die Wucht des Aufpralls gebrochen. Unmittelbar nach dem Crash wurde der komplette Flughafen gesperrt, Rettungsmannschaften wurden in Bewegung gesetzt, um die Opfer des Unglücks zu bergen und in die umliegenden Spitäler zu bringen.

"Wir kennen die Unfallursache noch nicht", sagte Flughafenmanager Eko Dantoro dem Fernsehsender TVOne. Zum Unglückszeitpunkt war das Wetter gut. Nach Angaben des Polizeichefs von Bali waren zwei Ausländer an Bord. Welcher Nationalität diese waren, konnte er jedoch nicht sagen.

Passagier: "Mit lautem Schlag im Wasser gelandet"
Nach Angaben von Lion-Air-Direktor Edward Sirait war die Maschine erst seit März im Einsatz. "Sie war flugtauglich und der Pilot in guter Kondition", sagte er auf einer Pressekonferenz. Der Pilot sei nicht verletzt worden.

Passagiere berichteten im Lokalfernsehen, dass es keine Ansagen über Probleme an Bord gab. Die Maschine sei mit einem lauten Schlag ohne Vorwarnung auf dem Wasser aufgessen. Einige Passagiere schwammen danach ans nahe Ufer. Auf Bildern von der Unglücksstelle war das Flugzeug halb ins Wasser getaucht zu sehen, von den Vorderausgängen wurden aufblasbare Rutschen ausgelassen.

Flugverbot für Gesellschaft in der EU und den USA
Die private indonesische Fluglinie Lion Air ist derzeit auf schnellem Wachstumskurs. Experten befürchteten bereits, dass dies möglicherweise zulasten der Sicherheit gehen könnte. Flüge der Gesellschaft in die EU und die USA sind verboten.

Auch in Indonesien hat die Airline einen schlechten Ruf. Zwischen 2004 und 2006 gab es sechs Unfälle mit Lion-Air-Maschinen, bei keinem gab es jedoch Todesopfer. Bei allen Unfällen handelte es sich um Zwischenfälle bei der Landung. Im Jänner vergangenen Jahres wurden Strafmaßnahmen gegen die Fluglinie verhängt, nachdem mehrere Piloten wegen Drogenbesitzes festgenommen worden waren.

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