Sicherheitsvideos
“Bagram Batman” lehrt US-Truppen das Fürchten
In den 30-Sekunden-Spots konfrontiert "Bagram Batman" Soldaten mit verschiedenen Verstößen gegen die Sicherheitsvorschriften rund um Bagram, den größten und wichtigsten Stützpunkt der US-Truppen in Afghanistan. Da wird ein Mann von Batman zu Boden gerissen, weil er beim Joggen Kopfhörer trägt (siehe Video). Einen anderen ertappt der Dunkle Ritter in flagranti, als er sich in der Nähe von brennbaren Flüssigkeiten eine Zigarette anzündet. Und ein Soldat, der seine Waffe nicht bei sich trägt, wird mit einem Seil gefesselt. Die Videos enden immer gleich: Nachdem der Held die "Verbrecher" aufgemischt hat, müssen diese versprechen, sich beim nächsten Mal an die Vorschriften zu halten. "Schwör es mir!", knurrt "Bagram Batman" dann abschließend.
Armee verwendet Videos für Grundlagenunterricht
Was auf den ersten Blick wie ein Scherz wirkt, wird allerdings tatsächlich von der US-Armee als Grundlagenunterricht verwendet: Ganz offiziell soll Batman die Soldaten darüber aufklären, durch welche teils dummen Unachtsamkeiten man im Auslandseinsatz getötet werden kann. Die Videos, die Titel wie "'Bagram Batman' - Don't forget your weapon" oder "'Bagram Batman' - Smoking Safety" tragen, wurden im offiziellen YouTube-Kanal der US-Armee und der Kommunikations-Website "DVIDS" (Defense Video and Imagery Distribution System) veröffentlicht.
Spots erinnern an Batman-Serie aus den 60ern
Die offensichtlich gelangweilten Mitarbeiter der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit hätten sich "Bagram Batman" laut einem Bericht des beliebten US-Blogs "Gawker" ausgedacht, um den US-Soldaten in Afghanistan das Thema Sicherheit näherzubringen. Die dabei entstandene Serie von cartoonhaft wirkenden Videos biete amateurhaftes Schauspiel, schreibt der Blog "Gamma Squad" über die Aktion. Fazit: Man fühlt sich eher an die TV-Serie mit Adam West aus den 1960er-Jahren als an die aktuelle Batman-Trilogie von Christopher Nolan erinnert. Immerhin gibt es "Bagram Batman" auch in HD-Qualität.
Aktion mit Steuergeldern finanziert
Auch wenn die Macher der "Bagram Batman"-Reihe wohl die besten Absichten gehabt haben dürften, sorgen die Videos angesichts der Tatsache, dass sie vom Verteidigungsministerium - und somit letztlich vom Steuerzahler - finanziert wurden, auch für Kritik. "Ja, Sie bezahlen dafür, dass 'Bagram Batman' naive Soldaten, die in einem Kampfgebiet die Sicherheitsvorschriften missachten, grob behandelt und gelegentlich die Scheiße aus ihnen herausprügelt", wird in dem "Gawker"-Bericht darauf hingewiesen, dass die Bürger die skurrile Aktion bezahlen "dürfen".







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