"Leben hat gewonnen"

Aus Geiselhaft befreite Franzosen zurück in Heimat

Ausland
20.04.2013 10:22
Einen Tag nach ihrer Freilassung ist jene siebenköpfige französische Familie, die zwei Monate in der Hand extremistischer Geiselnehmer in Kamerun war, am Samstag in ihre Heimat zurückgekehrt. Präsident Francois Hollande empfing die drei Erwachsenen und vier Kinder morgens am Pariser Flughafen Orly, berichtete ein AFP-Korrespondent. Die Familie war am 19. Februar von der Islamistengruppe Boko Haram verschleppt worden.

Die Geiseln waren in der Nacht zum Freitag im Grenzgebiet zwischen Kamerun und Nigeria freigekommen. Außenminister Laurent Fabius reiste daraufhin in Kameruns Hauptstadt Jaunde und holte sie mit einer Regierungsmaschine ab. "Heute hat das Leben gewonnen", sagte Hollande am Samstag am Flughafen. Die Familie wurde am Flughafen auch von mehreren Angehörigen und Dutzenden Journalisten erwartet.

Am Freitag hatte Hollande die Freilassung der Familie mit "riesiger Erleichterung" und "großer Freude" bekannt gegeben und angegeben, dass kein Lösegeld gezahlt worden sei. Die drei Erwachsenen und vier Kinder seien alle "bei guter Gesundheit". Hollande dankte den Behörden in Kamerun und Nigeria für die Unterstützung bei der Freilassung.

Die Eltern mit ihren vier Kindern im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren sowie ein Onkel der Familie waren am 19. Februar im Norden Kameruns nach einem Ausflug im Nationalpark Waza entführt und über die Grenze nach Nigeria verschleppt worden.

Videos veröffentlicht
Danach wurden mehrere Videos mit den Geiseln (Bild) veröffentlicht, in denen Boko-Haram-Mitglieder unter anderem die Freilassung von inhaftierten Gesinnungsgenossen in Nigeria und Kamerun verlangten. Als Grund für die Verschleppung wurde aber auch der französische Militäreinsatz gegen Islamisten in Mali genannt. Die französische Regierung lehnte Verhandlungen mit den Geiselnehmern ab.

Die islamistische Gruppe Boko Haram kämpft im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias seit Jahren gewaltsam für einen islamistischen Staat. Die Extremisten werden für Hunderte Tote im Norden und im Zentrum des Landes verantwortlich gemacht. Der Gruppe wurden auch Enthauptungen zugeschrieben, meist verübte sie aber Bombenanschläge.

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