Bombe in Damaskus
Assad-Schwager und Minister bei Anschlag getötet
Laut syrischem Staatsfernsehen richtete sich der Anschlag gegen einen Krisenstab im Gebäude der Nationalen Sicherheit in einem stark abgesicherten Viertel im Zentrum der Hauptstadt. Der Nachrichtenagentur AFP zufolge zündete ein Attentäter im Versammlungssaal einen Sprengstoffgürtel. Verteidigungsminister Daoud Rajha kam dabei ums Leben, es gab zudem mehrere Verletzte, darunter Innenminister Mohammed Ibrahim al-Shaar, berichtete der amtliche Fernsehsender Syriens.
Weitere Regimegrößen unter Opfern
Der Schwager von Präsident Assad, Assef Shawkat, wurde durch die Detonation der Bombe ebenfalls getötet. Der stellvertretende Kommandant der Streitkräfte und ehemalige Militärgeheimdienstchef erlag im Krankenhaus in Damaskus, in das er nach dem Anschlag gebracht wurde, seinen schweren Verletzungen, bestätigte das Staatsfernsehen. Er war mit Assads Schwester Bushra verheiratet.
Am Mittwochnachmittag berichtete der amtliche Fernsehsender zudem, dass auch die Regimegröße Hassan Turkmani nach dem Anschlag seinen Verletzungen erlag. Der ehemalige Verteidigungsminister hatte zuletzt den Rang eines Assistenten des Vizepräsidenten inne.
Regierung macht "Terroristen" verantwortlich
Das Ziel des Anschlags, die Behörde für Nationale Sicherheit, wird von General Hisham Ikhtiar geleitet. Der 71-Jährige, der bei dem Attentat ebenfalls verletzt wurde, gilt als eine der treibenden Kräfte bei der Niederschlagung der syrischen Aufständischen, die seit dem März 2011 den Sturz der Führung um Assad anstreben. Die Tat gehe laut Staatsfernsehen auf "Terroristen" zurück. Rebellen und Sicherheitskräfte liefern sich seit Tagen Kämpfe in der syrischen Hauptstadt (siehe Infobox).
Zu dem Anschlag bekannten sich zwei Gruppen: Die islamistische Rebellen-Organistation Liwa al-Islam erklärte auf ihrer Facebook-Seite, man habe das Krisenkontrollzentrum in Damaskus angegriffen. Die Erklärung wurde von einem Sprecher der Gruppen bestätigt. Die Freie Syrische Armee, in der Rebellen lose zusammengeschlossen sind, bekannte sich über einen Sprecher ebenfalls zu dem Anschlag. "Das ist der Vulkan, von dem wir gesprochen haben. Wir haben gerade erst begonnen", sagte der Vertreter in Anspielung auf die erst am Dienstag ausgerufene landesweite Großoffensive "Damaskus Vulkan und Erdbeben Syriens".
Attentat kurz vor UNO-Abstimmung
Der UN-Sicherheitsrat hat indessen eine für Mittwoch geplante Abstimmung über einen Resolutionsentwurf zu Syrien um einen Tag verschoben. Der internationale Syrien-Gesandte Kofi Annan hatte um die Verschiebung gebeten. Der Entwurf würde Sanktionen gegen die Regierung von Präsident Bashar al-Assad ermöglichen. Russland lehnt entsprechende Maßnahmen jedoch ab.







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