Militär jagt Sekte

Armee-Offensive gegen Islamisten in Nigeria: 17 Tote

Ausland
20.05.2013 10:31
In Nigeria sind bei einer Offensive gegen Islamisten 17 Menschen ums Leben gekommen. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums erklärte am Sonntag, Spezialeinheiten der nigerianischen Streitkräfte hätten 14 Terroristen getötet. Bei den Kämpfen seien zudem drei nigerianische Soldaten ums Leben gekommen, sieben seien verwundet.

Nigerias Armee geht seit einer Woche mit massivem Truppeneinsatz gegen die islamistische Rebellenbewegung Boko Haram vor. Die Regierung bot den Islamisten zudem Straferlass an, wenn sie sich stellen würden.

Die Kämpfe konzentrieren sich derzeit um die Stadt Maiduguri, die als Hochburg von Boko Haram gilt. Die Armee riegelte ein Dutzend Viertel der Stadt am Sonntag komplett ab und verhängte mit Blick auf "Sondereinsätze" eine dauerhafte Ausgangssperre. Nach Berichten eines Mitarbeiters einer Hilfsorganisation wurde das Telefonnetz in der Region abgeschaltet.

Auch Luftwaffe im Einsatz
Die Armee hatte bei Angriffen auf Rebellenlager in den vergangenen Tagen auch die Luftwaffe eingesetzt, durch deren Beschuss nach offiziellen Angaben Dutzende Menschen getötet wurden. Die USA hatten sich am Freitag besorgt zu Berichten über Menschenrechtsverletzungen durch die Armee gezeigt und Nigerias Militär zur Zurückhaltung aufgerufen.

Die Gruppe Boko Haram, was auf Arabisch so viel wie "Westliche Erziehung ist Sünde" bedeutet, kämpft seit Jahren im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias mit Gewalt für einen islamischen Staat. Die Gruppe verübte dabei zahlreiche blutige Anschläge gegen Sicherheitskräfte, Regierungsvertreter und christliche Kirchen.

"Nigerianische Taliban" wollen Scharia im ganzen Land
Die Sekte bezeichnet sich selbst als "nigerianische Taliban" und fordert, die Scharia im ganzen Land einzuführen. Gegründet wurde Boko Haram vor etwa elf Jahren. Anschläge gibt es allerdings erst seit Anfang 2010. Nach Ansicht der Afrika-Wissenschaftlerin Ingeborg Grau könnte die Verhaftung Mohammed Yusufs, dem damaligen Anführer und Gründer von Boko Haram bei einer Polizeirazzia 2009 im Hauptquartier der Sekte in Maiduguri zur Radikalisierung beigetragen haben. 

Yusuf, der ein Studium der Theologie in Saudi-Arabien absolviert hatte, verstarb 39-jährig aus ungeklärter Ursache in Polizeigewahrsam. Ansonsten blieben und bleiben die Hintermänner aber im Dunklen. Über Organisationsstrukturen oder Mitgliederzahlen liegen keine gesicherten Informationen vor.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
20.05.2013 10:31
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung