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Arabische Liga will UNO-Hilfe für neue Beobachtermission

09.02.2012, 11:09
Arabische Liga will UNO-Hilfe für neue Beobachtermission (Bild:  (Bild: EPA))
Die Vereinten Nationen und die Arabische Liga erwägen eine Zusammenarbeit bei einer neuen Beobachtermission für Syrien. Liga- Generalsekretär Nabil al- Arabi (Bild rechts) habe die UNO um Hilfe gebeten und eine gemeinsame Mission mit einem gemeinsamen Sondergesandten vorgeschlagen, sagte UN- Generalsekretär Ban Ki Moon (Bild links) am Mittwoch in New York. Laut Menschenrechtsaktivisten wurden in der Stadt Homs erneut zahlreiche Menschen getötet.

Die Arabische Liga wolle eine neue Beobachtermission nach Syrien entsenden, sagte Ban. Über die Bitte um Kooperation mit den Vereinten Nationen bei der Mission werde in den kommenden Tagen im UN- Sicherheitsrat beraten.

Ban bezeichnete die gescheiterte Resolution im Sicherheitsrat zu Syrien als "katastrophal für die Menschen in dem Land". Die Resolution war am Samstag am Veto Russlands und Chinas gescheitert. Dies habe die syrische Führung "ermutigt, den Krieg gegen ihr eigenes Volk zu verschärfen", sagte Ban.

Ähnlich äußerte sich UN- Menschenrechtskommissarin Navi Pillay. Sie sei "entsetzt" über die "wahllosen Angriffe auf zivile Gegenden" in Homs, erklärte Pillay. Das Scheitern einer Resolution des Sicherheitsrates habe offenbar "die Bereitschaft der syrischen Regierung angeheizt, die eigene Bevölkerung zu massakrieren, um die Protestbewegung niederzuschlagen".

Gewalt in Homs geht weiter

In Homs gingen Menschenrechtsgruppen zufolge auch am fünften Tag in Folge syrische Sicherheitskräfte mit massiver Gewalt gegen die Bevölkerung vor. Homs werde mit schweren Waffen beschossen, erklärte die in London ansässige Beobachtungsstelle. Die Zahl der Todesopfer werde noch steigen, da viele Leichen unter den Trümmern zerstörter Häuser lägen. Oppositionelle verbreiteten via Internet Bilder von zerstörten Häusern (zweites Bild).

Die syrischen Truppen gehen seit der Nacht auf Samstag mit massiver Gewalt gegen die Protestbewegung in Homs vor. Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten wurden alleine in jener Nacht mindestens 230 Menschen getötet. Seit Beginn der Niederschlagung der Proteste im März 2011 starben Menschenrechtsgruppen zufolge mehr als 6.000 Menschen.

"Schlimmste Todesmaschine der Welt"

Syrische Rebellen beschrieben die humanitäre Lage in Homs als katastrophal. Sie stünden einer der "schlimmsten Todesmaschinen der Welt" gegenüber, sagte einer der Aufständischen. Bei einem via Internet nach Washington übertragenen Treffen nahe Damaskus forderten die Rebellen Waffenhilfe. Es würden keine Truppen benötigt, sondern Waffen, sagte ein Kommandeur der Freien Syrischen Armee.

Nach einem Besuch in Damaskus sagte Russlands Außenminister Sergej Lawrow am Dienstag, Assad habe ihm zugesichert, die Gewalt zu beenden. Der britische Regierungschef David Cameron sagte am Mittwoch, er habe nur "begrenztes Vertrauen" in die Ergebnisse dieses Treffens.

Nach Angaben eines EU- Diplomaten werden derzeit die EU- Vertretungen in Jordanien und im Libanon verstärkt, um sich im Ernstfall um in Syrien lebenden Europäer zu kümmern. Die Türkei plant nach Worten von Außenminister Ahmet Davutoglu in Kürze eine internationale Konferenz zum Konflikt in Syrien.

AG/red
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