Im Schreiben, das von "Il Fatto Quotidiano" in seiner Freitagsausgabe abgedruckt wurde, behauptet Castrillon Hoyos, dass Romeo bei seiner China- Reise bis ins kleinste Detail die Hintergründe des möglichen Papst- Todes geschildert habe. Die Aussagen sollen wegen ihrer Detailliertheit bei seinen Mitarbeiten den Eindruck erweckt haben, dass eine unmittelbare Gefahr für die Sicherheit des Papstes bestehe.
"Kardinal Romeo verkündete selbstsicher, so als wenn er dies genau wisse, dass der Heilige Vater nur noch zwölf Monate leben werde. Er prophezeite bei seinen Gesprächen in China den Tod von Benedikt XVI. innerhalb des nächsten Jahres", heißt es im Text.
"Genauso selbstsicher prophezeite Romeo, dass bereits jetzt schon im Geheimen feststehe, dass der Nachfolger von Benedikt XVI. auf jeden Fall ein Kardinal mit italienischen Wurzeln sein werde", heißt es weiter. Romeo hatte sich in diesen Gesprächen überzeugt gezeigt, dass der Papst sich bereits mit der Frage seiner Nachfolge befasse und den Mailänder Erzbischof Kardinal Angelo Scola als geeigneten Kandidaten für seine Nachfolge auserwählt habe.
Laut Romeo habe der Papst Scola im vergangenen Jahr von Venedig nach Mailand versetzt, damit er sich von dort aus auf seine mögliche Nachfolge vorbereiten könne. "Kardinal Romeo brachte seine Gesprächspartner in China immer wieder zum Erstaunen durch die Weitergabe von Indiskretionen", heißt es im Dokument des kolumbianischen Kardinals.
Vatikan- Sprecher Pater Federico Lombardi wies die Gerüchte über ein Mordkomplott gegen den Papst als absolut haltlos zurück. "Ich finde diese Gerüchte so absurd und unseriös, dass ich all dies nicht einmal kommentieren will", so Lombardi.