Britische Medien berichteten ohne Nennung von Quellen, die Festnahmen in London stünden in Zusammenhang mit Attentatsplänen mit islamistischem Hintergrund in Großbritannien. Die Pläne sollen von der Ideologie des Terrornetzwerks Al- Kaida inspiriert sein. Die Gefahr sei allerdings nicht akut gewesen. Bei den Verdächtigen handle es sich teilweise um britische Staatsangehörige.
Wie die Polizei mitteilte, wird den Verdächtigen "die Beauftragung, Vorbereitung oder Anstiftung zu Terrorakten" zur Last gelegt. Sie seien zwischen 18 und 30 Jahren alt und im Osten und Westen von London aufgegriffen worden. Insgesamt seien acht Wohnungen und ein Geschäftslokal durchsucht worden. Ein 24- jähriger Verdächtiger wurde mit einem Elektroschocker leicht verletzt. Eine Behandlung im Krankenhaus sei jedoch nicht erforderlich gewesen.
Keinen Zusammenhang sieht die Polizei zwischen den Terror- Festnahmen und dem Anhalten eines Reisebusses wegen des Verdachts auf einen Anschlag in der Nähe von Birmingham. Der Bus mit 48 Fahrgästen an Bord wurde am Donnerstag auf dem Weg vom britischen Preston nach London von der Polizei gestoppt und geräumt, nachdem sich einer der Fahrgäste verdächtig verhalten habe. Nach Medienberichten hatte der Mann im Bus eine Flüssigkeit in eine Tasche gefüllt, aus der Rauch aufstieg. Die Autobahn, eine der meistbefahrenen Straßen Großbritanniens, wurde weiträumig abgesperrt. Später erklärte die Polizei, es habe sich um ein Inhaliergerät gehandelt, das benutzt wird, um sich das Rauchen abzugewöhnen.
Die Olympischen Spiele in der britischen Hauptstadt beginnen am 27. Juli. Die Sicherheitskräfte sind daher in erhöhter Alarmbereitschaft. Die Terrorwarnstufe bleibt unverändert auf der dritten Stufe, was bedeutet, dass die Gefahr als "beträchtlich" und ein Terroranschlag als "sehr wahrscheinlich" eingeschätzt werde.
Die britische Polizei hatte im Zuge größer angelegter Anti- Terror- Maßnahmen in der jüngsten Vergangenheit bei mehreren Einsätzen immer wieder Terrorverdächtige festgenommen. Viele wurden nach eingehenden Ermittlungen wieder auf freien Fuß gesetzt. Die britische Anti- Terror- Gesetzgebung erlaubt das Eingreifen der Polizei in einem sehr frühen Stadium.
Der letzte verheerende Terroranschlag in London datiert aus dem Juli 2005. Einen Tag nach Bekanntgabe der Vergabe der Spiele an London waren in der britischen Hauptstadt bei Selbstmordanschlägen auf U- Bahnen und einen Bus 52 Menschen getötet worden.