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45-jährige Französin tötete acht ihrer Babys

29.07.2010, 10:41
Video: apa
In einem kleinen Dorf in Nordfrankreich ist am Mittwoch ein grausiger Fund gemacht worden: In zwei Häusern des 700- Einwohner- Ortes Villers- au- Tertre entdeckten Bewohner und Polizei insgesamt acht Babyleichen. Ein Ehepaar wurde festgenommen, die Frau (45) hat mittlerweile gestanden, die insgesamt acht Babys geboren und danach getötet zu haben. Über welchen Zeitraum sich die Tötungen erstreckten und ob ihr Ehemann davon wusste, ist noch nicht bekannt.

Acht Schwangerschaften und Geburten, acht Kinder getötet - und niemand hat etwas bemerkt. Frankreich ist entsetzt über den Fall der 45- Jährigen, die gestanden hat, acht ihrer Neugeborenen umgebracht zu haben. Die Polizei fand die Babyleichen in zwei verschiedenen Gärten vergraben. Noch kann nicht ausgeschlossen werden, dass es noch mehr Babyleichen gibt. Doch bereits mit den acht getöteten Neugeborenen ist das der schlimmste Fall von Kindestötungen in Frankreich seit drei Jahrzehnten.

"Es waren ganz normale Leute", erzählen Nachbarn, die nicht glauben mögen, was sich nahezu unter ihren Augen abgespielt hat. Ein Nachbar beschrieb das Paar als "freundlich, hilfsbereit, höflich und taktvoll". Der frühere Bürgermeister der Gemeinde, Daniel Collignon, sagte der Nachrichtenagentur AFP: "Ich bin geschockt." Normalerweise gehe es in Villers- au- Tertre "sehr ruhig, sehr ländlich" zu.

Schwangerschaft fällt wegen Leibesfülle nicht auf

Die Frau ist so dick, dass eine Schwangerschaft kaum auffällt. Sie arbeitet als Krankenpflegerin. Ihr Ehepartner ist Zimmermann. Er gilt im Dorf als hilfsbereiter Heimwerker, der sofort kommt, wenn ihn jemand um Hilfe bittet. Im Gemeinderat sitzt er auch. Beide sind Mitglied des Festkomitees, das für den kommenden Samstag ein Dorffest organisieren wollte. Sie haben zwei erwachsene Töchter und bereits zwei Enkelkinder.

In den vergangenen Jahren hatten die beiden auf dem Bauernhof gewohnt, der den Eltern der Frau gehörte. Als diese gestorben waren, verkauften sie das Gelände und zogen innerhalb des Dorfes um. Als die neuen Besitzer im Garten eine Grube aushoben, machten sie den grausigen Fund: Plastiksackerln mit winzigen Knochen. Experten fanden heraus, dass sie von Neugeborenen stammten, die vor etwa zehn Jahren zur Welt gekommen waren. Es lag nahe, die früheren Bewohner des Hauses zur Rede zu stellen.

Weitere Leichenfunde nicht ausgeschlossen

Die Frau habe umgehend gestanden, dass es ihre Kinder seien, die sie getötet habe - und dass es noch weitere Leichen gebe, berichtete die Zeitung "Le Parisien". Bisher fanden die Ermittler insgesamt acht, zwei im Garten der Eltern und die übrigen sechs im Garten des neuen Hauses. Es scheint nicht ausgeschlossen, dass es noch weitere Babyleichen geben könnte. Nach Informationen des Senders RTL soll die Frau gestanden haben, seit 1988 etwa zehn Kinder nach der Geburt getötet zu haben. Dies wurde von den Behörden aber bereits dementiert.

Ob der Mann von den Schwangerschaften und den toten Kindern wusste, ist bisher unklar. Er sei völlig benommen und spreche nur wenig, hieß es aus Ermittlerkreisen. Das Paar wurde am Mittwochabend in Polizeigewahrsam genommen und sollte am Donnerstag einem Haftrichter vorgeführt werden.

"Blindheit der Familie und Nachbarn"

"Jemand, der so etwas tut, hat möglicherweise den Wunsch, schwanger zu sein, ohne gebären zu wollen", sagte der Psychiater Pierre Lamothe, der sich mit dem Phänomen der Kindstötungen beschäftigt. Aber es zeige auch, dass niemand etwas habe bemerken wollen. "Man fragt sich, wie das so viele Male geschehen konnte. Die Blindheit scheint sich auf die Familie und die Nachbarn ausgedehnt zu haben", fügte er hinzu. Es sei nicht ungewöhnlich, dass Mütter ihre getöteten Kinder in der Nähe bestatteten. "Es ist eine Art, sie bei sich zu behalten", sagte er.

Weitere Fälle von mehrfachen Babytötungen in Frankreich

In Frankreich war im März eine 38- jährige Frau zu 15 Jahren Haft für die Tötung von sechs ihrer Kinder verurteilt worden. Eine Französin, die drei Babys getötet und in ihre Tiefkühltruhe gelegt hatte, hatte im vergangenen Jahr acht Jahre Haft bekommen. Sie konnte das Gefängnis bereits im Mai wegen guter Führung unter Auflagen verlassen.

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