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24.11.2014 - 17:12

2. Jahrestag der Revolution: Tote und Verletzte

26.01.2013, 08:08
Foto: EPA / Video: APA
Regierungsgegner und Polizei haben sich am zweiten Jahrestag der ägyptischen Revolution auf dem Tahrir- Platz in Kairo sowie in anderen Städten des Landes heftige Auseinandersetzungen geliefert. Die Sicherheitskräfte setzten am Freitag Tränengas ein, Demonstranten schleuderten Brandsätze und Feuerwerkskörper auf die Polizei. Bei den Protesten gegen die einflussreiche Muslimbruderschaft und Staatschef Mohammed Mursi kamen mindestens neun Menschen ums Leben, mehr als 400 Personen wurden verletzt.

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen handelt es sich bei den Todesopfern um junge Männer, die vor dem Gouverneursgebäude in der Stadt Suez von Schüssen getroffen wurden. Krankenhausärzte und Sanitäter berichteten, insgesamt seien landesweit etwa 400 Menschen verletzt worden, als es bei den Protestaktionen zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei kam. Unter den Verletzten seien demnach auch Dutzende Angehörige der Ordnungspolizei.

Tausende Demonstranten auf dem Tahrir- Platz in Kairo

Während der Revolution vor zwei Jahren war der Tahrir- Platz in Kairo zentraler Schauplatz des Aufstandes gegen Langzeitmachthaber Hosni Mubarak. Die Proteste hatten am 25. Jänner 2011 begonnen, am 11. Februar schließlich führten sie zum Sturz des Staatschefs.

Am Freitag versammelten sich Tausende Kritiker des neuen islamistischen Präsidenten Mursi auf dem Platz. Die liberale und linke Opposition hatte zu landesweiten Protesten unter dem Motto "Brot, Freiheit, soziale Gerechtigkeit" aufgerufen. Dies war bereits vor zwei Jahren die Losung. "Nieder mit der Macht des Führers", rief die Menge.

Die Demonstranten werfen Mursi vor, die Ziele der Revolution von 2011 verraten zu haben und zusammen mit den Muslimbrüdern Ägypten auf Kosten der säkularen Kräfte im Land dominieren zu wollen. Besonderer Streitpunkt ist die Verfassung, die im vergangenen Monat verabschiedet wurde und den Kritikern zufolge die Demokratie schwächt (siehe Infobox).

Landesweite Proteste: "Die Revolution geht weiter"

Die Proteste konzentrierten sich aber nicht nur auf Kairo, sondern breiteten sich auch auf andere Städte aus. So steckten Demonstranten in der nordöstlichen Stadt Ismailiya die örtliche Parteizentrale der Muslimbrüder in Brand. Auch aus Alexandria wurden Zusammenstöße gemeldet, weitere Proteste gab es in Port Said und eben Suez, wo die Krawalle in ein Blutbad ausarteten.

Noch in der Nacht auf Samstag wurden Militäreinheiten mit gepanzerten Fahrzeugen nach Suez verlegt. Der Armeeeinsatz sei nötig geworden, da die Polizei die Kontrolle über die Stadt verloren habe, wurde der Chef der Sicherheitsbehörde von Suez, General Adel Refaat, auf der Website des staatlichen Fernsehens zitiert. Die Unterstützung sei erforderlich, bis "diese schwierige Zeit" vorüber sei.

Unter den Demonstranten in Kairo waren auch der ehemalige Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa, sowie Friedensnobelpreisträger Mohamed ElBaradei und der populäre linke Oppositionelle Hamdien Sabbahi. "Die Revolution geht weiter", sagte Sabahi. "Wir weisen die Beherrschung des Staats durch eine Partei zurück. Wir sagen Nein zum Bruderschafts- Staat."

Muslimbrüder: "Übergang von Diktatur zu Demokratie"

Der Präsident und die Muslimbrüder wiesen die Kritik zurück. Sie sehen sich durch ihren Wahlsieg bestätigt und werfen ihren Gegnern vor, die demokratischen Spielregeln nicht zu respektieren und wichtige Reformen zu erschweren. "Die Meinungsverschiedenheiten, die Ägypten gerade durchmacht, sind ein zentrales Kennzeichen des Übergangs von einer Diktatur zur Demokratie", schrieb der Anführer der Bruderschaft, Mohammed Badie, am Freitag in der staatlichen Zeitung "Al- Ahram". "Sie zeigen deutlich die Vielfalt der ägyptischen Kultur."

Die Muslimbrüder hatten unter Hinweis auf drohende Gewalt auf einen Aufruf zu einer Gegendemonstration verzichtet. Sie begingen den Jahrestag des Beginns der Revolution mit einer landesweiten Wohltätigkeitskampagne. Etwa eine Million Ägypter sollen dabei Medikamente und Grundnahrungsmittel erhalten.

AG/red
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