Ab sofort im Einsatz

168 Mio. € für das neue Schengen-Fahndungssystem

Ausland
09.04.2013 14:09
Die nach massiven Verspätungen und Kostensteigerungen am Dienstag in Betrieb genommene erweiterte Polizei-Fahndungsdatenbank "Schengen-Informationssystem II" (SIS II) hat insgesamt 167,8 Millionen Euro gekostet. Diese Zahl gab die EU-Kommission für den Zeitraum 2002 bis Februar 2013 an. Ursprünglich waren für das Projekt "nur" 20 Millionen Euro veranschlagt. In dem elektronischen Fahndungssystem können erstmals auch biometrische Daten gespeichert werden.

Mit dem neuen System sollen Grenz-, Zoll- und Polizeibeamte Informationen über mutmaßlich Beteiligte an schweren Verbrechen austauschen. In SIS II können Lichtbilder und Fingerabdrücke gespeichert sowie Personen und Sachfahndungen verknüpft werden.

"Schwieriges Erbe mit erfolgreichem Abschluss"
Daten über gestohlene Pkws, Schusswaffen, Ausweise und Banknoten sind nun im ganzen Schengen-Raum abrufbar. EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström sagte, das Projekt sei "ein schwieriges Erbe" für sie gewesen, das letztlich zu einem "erfolgreichen Abschluss" gebracht werden konnte.

Das bisherige Schengen-Informationssystem (SIS I) werde noch einen Monat parallel laufen, um mit SIS II synchronisiert zu werden, erklärte die EU-Kommission. Ab 9. Mai übernimmt die IT-Agentur der EU in der estnischen Hauptstadt Tallinn die Zuständigkeit für SIS II. Die Serversysteme bleiben in Straßburg, die Ausfallsysteme sind weiterhin in Sankt Johann im Pongau in Salzburg untergebracht.

Zahlreiche Erfolge dank Schengen-Fahndung
Die Schengen-Fahndung gilt in Österreich seit 1. Dezember 1997. Mithilfe des elektronischen Fahndungssystems SIS wurden in Österreich seitdem 2.666 von einem Partnerland gesuchte Personen festgenommen, 2.482 Österreicher wurden im Schengen-Ausland zur Auslieferung nach Österreich ausgeforscht. Insgesamt sind in dem System derzeit rund 1,2 Millionen Personen- und etwa 45,7 Millionen Sachfahndungen wie Identitätsdokumente oder Fahrzeuge gespeichert. Mit Einführung von SIS II dürfte sich diese Datenmenge auf bis zu 70 Millionen Datensätze erhöhen

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