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29.05.2017 - 21:18
Foto: Autorin privat/Springer-Verlag GmbH

Psychologin über Störungen von Filmfiguren

31.08.2010, 11:44
In ihrem neuen Buch nimmt Diplompsychologin Heidi Möller die Phobien und Persönlichkeitsstörungen der beliebtesten und berühmtesten Filmcharaktere unter die Lupe. Auf ihrer Couch landen unter anderem Batman, "Sex and the City"-Star Carrie Bradshaw und Melvin Udall, Jack Nicolsons neurotische Rolle in "Besser geht's nicht".

Die Diagnose der Psychologie- Professorin der Universität Kassel über einen der Patienten ist eindeutig: "Der hat eine schwere Persönlichkeitsstörung." Weil er als kleiner Junge früher aus einer Oper gehen möchte, werden seine Eltern überfallen und niedergeschossen. Er fühlt sich verantwortlich und leidet unter Albträumen, Einschlafstörungen und emotionalem Erstarren. "Eine posttraumatische Belastungsstörung", so Heidi Möller. Doch er stellt sich dem Trauma und kämpft gegen das Böse - auch als Selbsttherapie. Ihr "Patient" ist nicht irgendjemand - es ist Batman im Film "Batman Begins" aus dem Jahr 2005.

30 Filmcharaktere und ihre psychischen Störungen

Zusammen mit ihrem Münsteraner Kollegen Stephan Doering hat Möller das Buch "Batman und andere himmlische Kreaturen - Nochmal 30 Filmcharaktere und ihre psychischen Störungen" herausgebracht. Möller analysiert darin die psychischen Störungen von Filmfiguren - wissenschaftlich für Psychologie- Studenten, aber auch verständlich für Filmfans. Es geht um soziale Phobien, multiple Persönlichkeitsstörungen wie in "Fight Club" oder Zwangsstörungen wie bei Jack Nicholson als Melvin Udall in "Besser geht's nicht". Das Buch ist der Nachfolger des 2008 erschienenen Werkes "Frankenstein und Belle de Jour: 30 Filmcharaktere und ihre psychischen Störungen".

Ein anderer Fall ist der Star aus "Sex and the City", Carrie Bradshaw. Jahrelang sehnt sie sich nach ihrem Mr. Right, doch der lässt sie vor dem Traualtar stehen. "Sie besteht darauf, ein Opfer zu sein, und geht nicht in die Auseinandersetzung", analysiert Möller. Die Diagnose: eine schwere depressive Episode. "Das ist überzeugend gespielt. Sie zeigt das gut", lobt Möller Schauspielerin Sarah Jessica Parker.

Zuschauer finden sich wieder

Solche Filme und Serien seien auch so erfolgreich, weil sich viele Zuschauer darin wiederfänden, betont die Psychologin. "Während des Films kann der Zuschauer seine eigenen Erlebnisse betrauern. Und dann gibt es ein Happy End." Auch das Oscar- prämierte Boxdrama "Million Dollar Baby" von und mit Clint Eastwood wird im Buch analysiert. "Hier verschmelzen psychologische Aspekte mit der Analyse der filmischen Mittel", erzählt Möller. Der Beitrag wurde geschrieben vom Psychoanalytiker und Filmtheoretiker Dirk Blothner, der bereits Studien zur Film- und Fernsehwirkung verfasst hat. Möller und Doering haben nicht alle Diagnosen selbst gestellt, sondern weitere Experten hinzuzugezogen.

Das Buch ist im Springer- Verlag für Medizin erschienen und im krone.at- Buchshop (siehe Infobox) erhältlich.

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