Der 59-Jährige, extremer Bergsteiger, war in bester Kondition. Er litt an einem Ohrspeicheldrüsentumor. "Er starb am 16. September 2008 unter aufklärungswürdigen Umständen", sagen zwei Töchter, der Sohn, Frau und Anwalt des Opfers.
Was sie nicht verstehen, und daher im Prozess geklärt wissen wollen: Ob ein derart aggressiver Eingriff überhaupt notwendig war. Und, ob der Verstorbene über alternative Operationsmöglichkeiten aufgeklärt war. Man fragt sich weiters, warum Riechelmann den erfahrensten Chirurgen der HNO, Professor Gunkel, zur OP nicht beizog. Und, warum der Patient nach der OP nach innen blutete. Ob die richtigen, blutabführenden Schläuche richtig angebracht waren.
Fragen werfe auch der Erstickungstod des Patienten auf: "Der Papa wurde nach der OP auf die Uro-Kiefer-Station verlegt. Dort zog ein Anästhesist – entgegen Riechelmanns gegenteiligem Versprechen mir gegenüber – den Tubus heraus. Dann wurde der Papa auf die HNO zurückgebracht und erst da ein Luftröhrenschnitt gemacht", so die Tochter des Patienten.
Tilak: "Eine Hetzjagd"
Die Tilak dazu: "Die Ärztekammer-Schiedsstelle gab ein Gutachten in Auftrag, das in keinem Zusammenhang mit der HNO steht." Was den Verdacht erhärte, dass es sich um eine Hetzjagd gegen Riechelmann auf dem Rücken schwerkranker Patienten handle. Eine europaweite HNO-Koriphäe (Name der Redaktion bekannt): "Von einem Todesfall nach solchem Eingriff höre ich heute zum ersten Mal in meiner jahrzehntelangen Karriere!"
von Hans Licha, Tiroler Krone
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