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Tierschützer: "Versuchstiere gehören jetzt uns!"

19.01.2010, 14:49
Tierschützer: "Versuchstiere gehören jetzt uns!" (Bild: Grüne)
"Die Schweine gehören jetzt uns!", verkündet Inge Welzig vom Tiroler Tierschutzverein und meint jene 19 narkotisierten Schlachtschweine, die vergangene Woche von Wissenschaftlern der Med- Uni Innsbruck im Schnee vergraben und erstickt werden sollten. Das Projekt wurde wegen Drucks seitens der Öffentlichkeit abgebrochen. Die Schweine waren damit aber nicht gerettet - sie blieben vorerst in den Händen der Wissenschaftler...

Eine internationale Welle der Empörung brach vergangene Woche über den Skiort Sölden herein. Wissenschaftler der Med- Uni Innsbruck und des Institutes für Notfallambulanz in Bozen vergruben dort Schlachtschweine in den Schneemassen und warteten auf deren Tod.

Warum? Um Erkenntnisse über den Sterbeprozess von Lawinenopfern zu gewinnen. "Es ist unklar, ob Kreislaufbelastung oder Sauerstoffmangel die Opfer tötet", so Med- Uni- Rektor Herbert Lochs.

19 Schweine überlebten

Der Widerstand der Öffentlichkeit zwang die Forscher, ihre Zelte abzubrechen. 19 Schweine überlebten den von Wissenschaftsminister Johannes Hahn unterzeichneten Tierversuch.

Anfangs war es den Tierschützern nicht möglich, die Schweine zu retten und sicher auf einem Bauernhof unterzubringen. Sie blieben in den Händen der Forscher und des Hofs, auf dem sie während der Versuche beherbergt waren. Nun feierten der Tiroler Tierschutzverein einen Erfolg: Sie haben die 19 Schweine erhalten und werden sie auf einen Tiroler Bauernhof bringen, wo sie sicher keine weiteren Experimente über sich ergehen lassen müssen.

Ministerium will wegen Anzeige abwarten

Die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" hatte Ende letzter Woche Anzeige gegen Minister Hahn, Projektleiter Peter Paal und Hermann Brugger erstattet. Das Wissenschaftsministerium reagierte am Dienstag darauf: "Wir werden abwarten, was passiert. Denn wir haben uns nichts vorzuwerfen. Im Gegenteil: Als wir den Versuch genehmigten, haben wir die Anzahl der Tiere sogar noch reduziert", sagt Elisabeth Grabenweger, die Pressesprecherin des Ministers.

von Matthias Holzmann (Tiroler Krone) und Manuel Diwosch (tirol.krone.at)

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