Königshofer-Attacke

“Schönborn sollte sich um ‘warme Brüder’ kümmern”

Tirol
09.03.2010 10:08
Nach der "Landtags-Schwuchtel" nun also die "Kloster-Schwuchteln" – Kardinal Christoph Schönborn sieht sich ob seiner Ablehnung der FP-Präsidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz mit heftiger Kritik der Freiheitlichen konfrontiert. An vorderster Front dabei: der Tiroler Nationalratsabgeordnete Werner Königshofer, der bereits mit der Bewertung des Grünen Gebi Mair als "Landtags-Schwuchtel" aufgefallen war, und der nun in einem offenen Brief den Kardinal auffordert, sich doch besser um seine "Klosterschwuchteln" zu kümmern.

"Als Katholik halte ich Ihre Einmischung in den angehenden Bundespräsidentenwahlkampf nicht nur für unzulässig sondern auch für peinlich und beschämend", heißt es in dem Brief. Weiters schreibt Königshofer: "Gerade jetzt, wo unzählige Missbrauchsfälle innerhalb der katholischen Kirche an das Tageslicht kommen, sollten Sie sich besser um Ihre 'warmen Brüder', Klosterschwuchteln und Kinderschänder kümmern, statt eine zehnfache Mutter verbal anzugreifen, die ihre Kinder behütet, beschützt und zu anständigen Menschen erzogen hat."

Der Mandatar verteidigt die Ausdrucksweise: "Sonst schreibts ja nichts darüber. Man meint es nicht so deftig, aber er soll sich ein bissl zurückhalten und über Dinge in seinem Bereich nachdenken und sich nicht dort einmischen." Schließlich gebe es eine Trennung zwischen Kirche und Staat, so Königshofer.

Fischer hat "Drogenhändler mit Handschlag begrüßt"
Der Tiroler Abgeordnete verwies im Brief auch auf den amtierenden Bundespräsidenten Heinz Fischer. Dieser habe im Oktober 2004 das Gefangenenhaus in Wien Josefstadt besucht und dabei die "afrikanischen Drogenhändler" mit Handschlag und den Worten "Nice to see you here in Vienna" begrüßt.

"Dazu hat man bezeichnenderweise keinen Kommentar von Ihnen gehört, obwohl es um unsere Kinder geht, die von solchen Verbrechern vergiftet werden."

Schönborn-Kritik an Rosenkranz
Kardinal Schönborn hatte sich am Freitag von Rosenkranz distanziert. "Wenn sich jemand für ein hohes Amt in diesem Land bewirbt und in der Frage des NS-Verbotsgesetzes oder in der Frage der Shoah einen Spielraum offen lässt, dann ist so jemand für mich persönlich nicht wählbar", hatte er bei einer Pressekonferenz erklärt.

Königshofer ist bereits bekannt dafür, dass er sich bei seiner Wortwahl nicht unbedingt zurückhält. So hatte er Anfang des Jahres den grünen Landtagsabgeordneten Gebi Mair in einem Internetposting als "Landtagsschwuchtel" bezeichnet.

FP-Chef Hauser kritisiert Königshofer
Tirols FP-Obmann Gerald Hauser äußerte sich kritisch zu der verbalen Attacke seine Landsmannes und Parteifreundes. Es sei in der Sache richtig, dass die Diskussion rund um die Missbrauchsfälle in der Katholischen Kirche geführt werde. 

Zu den konkreten Aussagen Königshofers meinte er allerdings, dass bei solchen Angelegenheiten immer der Ton die Musik mache und "der Ton gefällt mir schon länger nicht mehr", sagte Hauser. Zu etwaigen personellen Konsequenzen wollte er sich allerdings nicht äußern.

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