Eine internationale Welle der Empörung brach vergangene Woche über den Skiort Sölden herein. Wissenschaftler der Med- Uni Innsbruck und des Institutes für Notfallambulanz in Bozen vergruben dort 29 Schlachtschweine in den Schneemassen und warteten auf deren Tod.
Warum? Um Erkenntnisse über den Sterbeprozess von Lawinenopfern zu gewinnen. "Es ist unklar, ob Kreislaufbelastung oder Sauerstoffmangel die Opfer tötet", so Med- Uni- Rektor Herbert Lochs.
Der Widerstand der Öffentlichkeit zwang die Forscher, ihre Zelte abzubrechen. 19 Schweine überlebten den von Wissenschaftsminister Johannes Hahn unterzeichneten Tierversuch.
Man versprach, die Säue in einen Gnadenhof nach Oberösterreich zu verfrachten. "Die Schweine aus den Fängen der Wissenschaftler zu bekommen, scheint unmöglich", so Anita Hauser (Vier Pfoten) und Eunike Simon vom Gnadenhof Pfotenhilfe in Lochen. "Wir würden die Schweine ohne Kostenaufwand nehmen, aber Forscher und jener Tiroler Bauer, der die Säue beherbergt, wollen die Schweine auf der Schlachtbank sehen." Vier Pfoten hat Anzeige gegen Minister Hahn, Projektleiter Peter Paal und Hermann Brugger erstattet!
von Matthias Holzmann, Tiroler Krone