Der junge Mann hatte sich von seinem Vater getrennt und war allein unterwegs – dabei führte er auch ein Verschüttetensuchgerät mit. Plötzlich wurde er von der Lawine erfasst und unter einer zwei Meter dicken Schneeschicht begraben. Nach geraumer Zeit bekam der im Schnee eingeschlossene Mann eine Hand frei und rief mit dem Handy seinen Vater an, der Alarm schlug. Der Notarzthubschrauber Alpin 5 mit Pilot Armin Paulweber, Notarzt Johannes Romankiewicz und Notfallsanitäter Franz Kröll (Bild) startete sofort.
Kröll berichtet: "Der Vater konnte nicht beschreiben, wo sein Sohn ist. Ich habe mit dem Handy den Verschütteten erreicht, der die ungefähre Position bekannt geben konnte. Wir flogen los, konnten aber zunächst keine Lawine entdecken. Dann meldete sich der Sohn, dass er den Lärm eines Hubschraubers hört." Da entdeckte die Besatzung das abgegangene Schneebrett. Nach der Landung begann Kröll den Verschütteten auszugraben – unter Lebensgefahr, denn Nachlawinen drohten.
Der Notarzt hielt Wache, während Kröll in die Tiefe grub. "Der Mann stand im Schnee, die Skier an den Beinen. Die Bindung ließ sich nicht öffnen. Darum musste er sich die Skischuhe ausziehen und stand dann barfuß auf der Lawine", so Kröll. Der Geborgene wurde zu seinem Vater geflogen, er war völlig unverletzt.
Ein weiterer spektakulärer Einsatz führte Alpin 5 auf die Schafleitenalm bei Finkenberg. Dort war ein Zillertaler Skitourengeher (57) von einer Lawine erfasst, gegen eine Almhütte und durch die sich öffnende Türe in die Hütte geschleudert worden. Der erfahrene Alpinist hatte Stirnlampe und Schaufel dabei, schaufelte sich den Weg zu einem Fenster frei und entstieg ins Freie. Der nur leicht Verletzte wurde ins Krankenhaus geflogen.