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Ischgl: Skifahrer auf Piste von Lawine erfasst und getötet

16.02.2012, 07:25
Ischgl: Skifahrer auf Piste von Lawine erfasst und getötet (Bild: Bergrettung)
Foto: Bergrettung
Lawinen- Drama im Tiroler Nobelskiort Ischgl: Ein 51- jähriger Skifahrer aus Schweden wurde - offenbar mitten auf einer Skipiste - von einem riesigen Schneebrett erfasst. 60 Helfer beteiligten sich an der Suchaktion und machten den Verschütteten auch ausfindig, Wiederbelebungsmaßnahmen blieben jedoch erfolglos. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen den örtlichen Seilbahnbetreiber sowie die Lawinenkommission - die Piste war zum Zeitpunkt des Unglücks nicht gesperrt.

Die mächtige Lawine war Mittwochmittag im Bereich der Velillspitze abgegangen - sie fegte auf einer Fläche von rund 100 mal 40 Metern über die Skipiste und war bis zu eineinhalb Meter hoch. Die beiden Söhne (zwölf und 16 Jahre alt) des 51- jährigen Skifahrers mussten mit ansehen, wie ihr Vater mitgerissen und verschüttet wurde. Die Burschen lösten auch den Alarm aus.

60 Helfer, darunter Urlauber, machten sich daraufhin auf die Suche nach dem Schweden. Nach einer Dreiviertelstunde wurde der Mann circa einen halben Meter unter der Schneeoberfläche geortet. "Ein Notarzt war vor Ort, die Wiederbelebung war jedoch erfolglos", so die Einsatzkräfte. Die Suche nach möglichen weiteren Verschütteten wurde am Nachmittag eingestellt.

Staatsanwaltschaft prüft Schuldfrage

Laut Hansjörg Mayr von der Staatsanwaltschaft Innsbruck stelle sich nun die Frage, ob sich durch das Unterlassen einer Sperre jemand schuldig gemacht habe und ob der Lawinenabgang vorhersehbar gewesen wäre. "Wir prüfen deshalb, warum die Piste nicht gesperrt war", erklärte Mayr am Donnerstag. Die Ermittlungen richteten sich gegen Personen der zuständigen Lawinenkommission sowie des örtlichen Seilbahnbetreibers, der Silvretta Seilbahn AG.

Wie ein erhebender Polizeibeamter noch am Tag des Unglücks gegenüber der "Krone" erklärte, sei die Ursache für den Lawinenabgang unklar. Die Abrisskante sei wegen des schlechten Wetters nicht zu sehen. Wegen starken Windes und Schneefalls habe auch nur wenig Betrieb auf der Piste geherrscht.

Die Silvretta Seilbahn AG erklärte, die betreffende Piste sei in der Früh abgefahren worden, nachdem in der Nacht auf Mittwoch wenige Zentimeter Neuschnee gefallen waren. Man sei tief bestürzt über das Unglück, hieß es. "Das ganze Mitgefühl gilt der Familie des Verstorbenen."

red/Kronen Zeitung/AG
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