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'Don Camillo' nimmt Tirols Top-Politikern ihre Sünden ab

26.11.2009, 15:47
"Don Camillo" nimmt Tirols Top-Politikern ihre  Sünden ab (Bild: Manuel Diwosch)
Der Wiener geht zur Audienz beim Kaiser. Im "heil'gen Land Tirol" interessiert der Kaiser aber nicht. Wenn die Tiroler mit der Obrigkeit sprechen, dann mit der richtigen - sie gehen zur Beichte! Zur "Beichte bei Don Camillo" von Florian Adamski & Francesco Cirolini in den Innsbrucker Stiftssälen.

Sieben Vorstellungen und jedes Mal ausverkauft. Am Mittwoch saßen zum achten und letzten Mal Politiker vor Don Camillo (Cirolini) und seiner "mannzipierten" Häuserin (Adamski), um ihre Sünden zu beichten.

Das Finale stand ganz im Zeichen der Adventszeit und startete mit einem pointierten Rundumschlag gegen die gesamte Landesregierung. Hochwürden und die Häuserin hatten dabei leichtes Spiel, denn nach zehn Monaten im Beichtstuhl kannten sie die geheimsten Weihnachtswünsche der Politiker. Landeshauptmann Platter hat übrigens so viele, dass ihn "ka Sau mehr ernst nehmen kann."

Gschwentner und Palfrader im Beichtstuhl

Im weihnachtlichen Mini, mit hochhackigen Stiefeln und "aufreizenden" Strümpfen empfing die Häuserin schließlich zwei Regierungsvertreter. Zuerst bekam Landeshauptmann- Stellvertreter Hannes Gschwentner im wahrsten Sinne des Wortes sein "Fett weg", denn wie Hochwürden charmant bemerkten, kämpft er seit Kindestagen mit Übergewicht. Aber wer zur Beichte geht, dem wird von Gott vergeben - im Falle Herrn Gschwentners sogar die Sünde seiner Scheidung.

Zweite im Beichtstuhl war Kulturlandesrätin Beate Palfrader. Sie hatte in ihrer Studienzeit nicht jugendfreie Gedichte verfasst und geizt jetzt mit Kulturförderbeträgen. "Wahre Künstler können auch ohne bestehen", konterte sie schlagfertig - Hochwürden nahm ihr trotzdem die Beichte ab.

Neues Programm im Frühjahr

Die Wege Hochwürdens und seiner Häuserin trennen sich nun. Schade, denn die "Beichte" vereinte politisches Kabarett mit "deftiger" Situationskomik und Slapstick. Aber das Duo Adamski- Cirolini will bereits im Frühjahr mit einem neuen Programm wieder gemeinsam auf der Bühne stehen.

Übrigens: Die einzige Traditionspartei, die trotz Hochwürdens Aufforderung nie zur Beichte erschien, war die FP. Vielleicht, weil sie selbst wissen, dass man nicht alles vergeben kann?

Manuel Diwosch

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