"Die Frau wurde auf das Übelste vergewaltigt. Da war eine extrem hohe Gewaltkomponente mit im Spiel", meinte Richter Norbert Hofer in seiner Urteilsbegründung in Richtung des bereits fünffach vorbestraften Angeklagten. Deshalb bewege sich die Strafhöhe auch im obersten Bereich des vorgesehenen Strafrahmens, der ein bis zehn Jahre Haft betrage. Der Schöffensenat habe "keinen Zweifel", dass die vom Beschuldigten aufgetischte Geschichte gelogen sei.
Der Busfahrer hatte zuvor von einem einvernehmlichen, geschützten Geschlechtsverkehr gesprochen, der bezahlt worden sei. Für die Schürfwunden und blauen Flecken am Körper der Frau, die zerrissene Kleidung sowie einen abgebrochenen Stöckelschuh habe er "keine Erklärung", behauptete der Mann. Die Prostituierte sei zudem nicht nackt aus dem Auto geworfen worden. Sie sei danach gar nicht mit ihnen mitgefahren, versuchte der Beschuldigte glaubhaft zu machen.
"Ich habe gedacht, ich muss sterben"
Das sichtlich immer noch mitgenommene Opfer war als Zeugin geladen. Sie gab an, dass die Männer, kurz nachdem sie zu ihnen ins Auto gestiegen sei, nur mehr türkisch gesprochen hätten. "Es war plötzlich eine sehr komische Stimmung. Dann haben sie die Tür verriegelt", sagte die 26-Jährige. Sie werde ihr Leben lang nicht mehr vergessen können, was ihr angetan worden sei. "Ich habe gedacht, ich muss sterben", erklärte das Opfer.
Letztlich sei sie dann um halb vier Uhr früh nackt mitten auf der Straße gestanden, habe um Hilfe geschrien und versucht, jemanden anzuhalten. Erst der vierte Fahrzeuglenker sei stehen geblieben. Der ebenfalls als Zeuge geladene Mann sagte aus, dass die Frau "völlig durch den Wind" gewesen sei und angegeben habe, von zwei Türken vergewaltigt worden zu sein.
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