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US-Geheimdienst kopierte James-Bond-Technik

11.11.2008, 15:26
US-Geheimdienst kopierte James-Bond-Technik
Im neuesten James- Bond- Abenteuer "Ein Quantum Trost" gibt es wieder jede Menge Action - doch wie schon bei "Casino Royale" fehlt ein zuvor gerne gesehener Mann: Q. Das beliebte Technik- Genie, das sich für den Geheimagenten immer neue Gerätschaften einfallen ließ, wie etwa Unterwasser- Fahrzeuge oder Armbanduhren mit Granatwerferfunktion, ist nicht mehr dabei. Das stimmt Robert Wallace, den ehemaligen Direktor der technischen Abteilung des US- Geheimdienstes CIA, traurig: "James Bond ohne Q ist wie Toast ohne Butter", erklärt der Autor des Buches "Spycraft: The Secret History of the CIA’s Spytechs from Communism to al- Qaeda". Und er verrät: Q war für die CIA- Ingenieure eine Quelle der Inspiration.

So berichtet Wallace im Weblog Gizmodo über einen Kollegen, der jedesmal, wenn ein neuer Bond- Streifen rausgekommen war, regelrecht mit Anrufen bombardiert wurde. Fragen wie "Hast du eines dieser Dinger?" oder "Wie lange brauchst du, um so etwas herzustellen?" standen an der Tagesordnung. "Die Gesetze der Physik oder die Tatsache, dass Q lediglich ein Schauspieler in einem Film war, schien diese Leute nicht zu interessieren. Sein Charakter und sein Erfindungsreichtum beflügelten einfach ihre Phantasie", erklärte der Mitarbeiter.

Sowjets hatten Angst vor Superwaffen

Auch von KGB- Agenten wurden die Bond- Filme wegen Qs ausgeklügelten technischen Raffinessen unter die Lupe genommen. Die Sowjets glaubten laut Wallace nämlich lange Zeit, die in den Streifen verwendeten Apparaturen könnten von den westlichen Geheimdiensten tatsächlich gegen sie eingesetzt werden.

CIA- Agenten mit Bond- Apparaturen

Und diese Annahme ist gar nicht so naiv, wie sie im ersten Moment erscheint. Auch wenn viele der von Agent 007 genutzten Apparaturen und Vorrichtungen äußerst futuristisch und unglaubwürdig erschienen - sie funktionierten in Wirklichkeit genauso wie im Film.

Ex- CIA- Direktor Richard Helms erklärte dazu einmal in einem Interview: "Unsere Gerätschaften beinhalteten auch einige technische Spielereien aus den Bond- Filmen. Die beeindruckendsten davon waren jedoch oft sehr zerbrechlich. Deshalb hat es immer einige Zeit gebraucht, bevor unsere Agenten lernten, mit diesen 'Primadonna- Waffen' entsprechend behutsam umzugehen, anstatt sie einfach auf den Autorücksitz zu werfen."

Digitale Technologie veränderte Spionage

So aufregend sich das anhört, Mitte der 90er Jahre war es laut Wallace dann mit dem meisten Bond- Schnickschnack vorbei - die digitale Technologie hatte die Spionage für immer revolutioniert. Und wenn er sich im Kino auch weiterhin gerne die neuesten 007- Abenteuer ansieht, ein bisschen Wehmut lässt Robert Wallace durchklingen, wenn er sagt: "Schnelle Autos, exotische Waffen, imposante Explosionen und Bonds Verführungskunst bleiben zwar, aber der unvergleichliche Q und seine aufregenden Spielereien sind vorbei - und das, wie ich fürchte, für immer."

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