Da Sony BMG, Universal und Warner Music sicher nicht ihren guten Willen demonstrieren, sondern Geld mit YouTube verdienen wollen, steht wohl eine Umstrukturierung der Homepage bevor. Schließlich gehörten die drei Unternehmen zu den schärfsten Kritikern der Übernahme.
Denkbar wäre etwa, derzeit wild und ohne Rücksicht auf Kopierschutz, Rechte und Lizenzen verbreitete Musikvideos in kostenpflichtige Services umzuwandeln. Ähnliche Probleme wie die Musikkonzerne haben auch Fernsehsender und Filmstudios, deren Material ebenso entrechtet auf YouTube herumschwirrt. Bleibt für Google zu hoffen, dass sich auch diese Unternehmen lieber einkaufen als vor Gericht zu ziehen - Urheberrechtsverletzungen sind in den USA schließlich ein weites und beliebtes Geschäftsfeld.
Zu dem für Google erfreulichen Musikkonzern- Deal passen auch die neuesten Börsezahlen des Unternehmens: Google hat im dritten Quartal die Markterwartungen deutlich übertroffen. Der Gesamtumsatz sei um 70 Prozent auf 2,69 Milliarden Dollar gestiegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag nach US- Börsenschluss mit. Ohne die so genannten Traffic Acquisition Costs (TAC) kletterte der Umsatz auf 1,87 Milliarden US- Dollar. TAC sind Werbeerlöse, die zur Steigerung des Internet- Verkehrs mit Vertriebspartnern geteilt werden.
Der Reingewinn wuchs auf 733,4 Millionen Dollar, verglichen mit 381,2 Millionen im Vorjahr. Der Gewinn je Aktie auf Non- GAAP- Basis lag im dritten Quartal bei 2,62 US- Dollar. Von Thomson Financial befragte Experten hatten im Durchschnitt mit einem Gewinn pro Aktie von 2,42 US- Dollar gerechnet. Der Umsatz ohne TAC wurde bei 1,81 Milliarden Dollar erwartet.