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Vor Messerattacke jahrelange Psycho-Tortur für Ehefrau

31.01.2012, 13:18
Vor Messerattacke jahrelange Psycho-Tortur für Ehefrau (Bild: Jürgen Radspieler)
Foto: Jürgen Radspieler
Nach einem blutigen Ehestreit am Sonntag in der Obersteiermark, bei dem ein 63- Jähriger mit einem Messer auf seine 56- jährige Frau einstach, hat der Verdächtige nun die Tat gestanden. Der Mann gab an, sich bewusst gewesen zu sein, dass er die Frau damit lebensgefährlich verletzen konnte - er bestritt aber eine Tötungsabsicht. Zugleich stellte sich heraus, dass die Frau schon seit Jahren psychisch unter Druck gesetzt worden sein dürfte.

Da der Verdächtige zum Tatzeitpunkt rund 2,2 Promille Alkohol im Blut hatte, konnte oder wollte sich der Knittelfelder nicht mehr an den genauen Hergang des blutigen Streits erinnern, berichtete am Dienstag Raimund Sattler vom Landeskriminalamt Steiermark. Der Mann gestand aber den Messerstich und habe gemeint, dass ihm das "passiert" sei, aufgrund der "ewigen Provokationen" seiner Frau. Er habe die Fassung verloren, so der Ermittler.

Ehefrau seit Jahren psychisch unter Druck gesetzt

Laut Sattler ergaben Ermittlungen im Umfeld des Paares, dass der Verdächtige seine Frau möglicherweise schon seit Jahren psychisch unter Druck gesetzt habe. Zwei Aufenthalte der 56- Jährigen in einem Krankenhaus bzw. in der Landesnervenklinik Sigmund Freud könnten damit im Zusammenhang stehen. Der 63- jährige Obersteirer dürfte seit 15 bis 20 Jahren alkoholsüchtig sein. Ein Entzugsversuch Ende der 1990er- Jahre sei gescheitert, so der Ermittler.

Der Verdächtige wurde nach der Einvernahme in die Justizanstalt Leoben (Bild) gebracht und befindet sich dort vorläufig in U- Haft. Das Opfer kann möglicherweise erst am Donnerstag einvernommen werden, meinte Sattler.

Nach blutigem Streit Notoperation im Spital

Das Ehepaar war am Sonntag gegen 18.30 Uhr in einen heftigen Streit geraten, der mit einem Stich in die rechte Brust der Frau endete (siehe Infobox). Das Opfer konnte noch selbst die Polizei rufen und musste anschließend im Spital notoperiert werden. Sie überstand die lebensgefährlichen Verletzungen und befand sich am Dienstag am Weg der Besserung. Der Verdächtige wurde noch in der gemeinsamen Wohnung des Paares festgenommen und in die Ausnüchterungszelle gebracht.

AG/red
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