Thomas Kalcher (Bild), ÖVP- Bürgermeister der Bezirkshauptstadt Murau, spricht in Sachen S36- Ausbau - das Reizthema der Region - eine klare Sprache: "Wer vernünftig denkt, kann nur für die Errichtung der Schnellstraße sein. Das Projekt ist sowohl für unsere Wirtschaft als auch für den Tourismus von enormer Bedeutung!"
Von Scheifling bis Dürnstein haben sich mehr als ein Dutzend Bürgerinitiativen formiert, um gegen die Infrastrukturpläne des Bundes anzukämpfen. Dennoch glaubt der 46- Jährige, dass "die schweigende Mehrheit für die Straße ist". Ob er sich vorstellen könne, dies mittels Bürgerbefragung offiziell zu ermitteln? "Warum nicht?", zeigt sich Kalcher, der stets den geraden Weg bevorzugt, offen.
Acht Mandate (und damit die Absolute) gilt's in der obersteirischen "Bier- Stadt" zu verteidigen. Dass diese Herausforderung gelingt, davon ist der Bürgermeister überzeugt. Und mehr noch, Kalcher hofft auf den Zugewinn von Stimmen (beziehungsweise einem Mandat), denn die Devise lautet unmissverständlich: "Stärker werden!" Verhindern wollen dies nicht nur Grüne und Sozialdemokraten (Spitzenkandidat Vinzenz Müller hofft auf den Verlust der ÖVP- Absoluten), sondern auch die derzeitige ÖVP- Vizebürgermeisterin Ingrid Skraba, die im Unfrieden aus der Partei scheidet. Mit dem neugegründeten "Forum für Murau" will sie jetzt ihre Solokarriere starten.
Streitigkeiten statt guter Nachbarschaft
Giftpfeile schießen Bürgermeister Thomas Kalcher auch aus seiner Nachbargemeinde Lassnitz entgegen. Und das, obwohl das Herz vom hiesigen Ortschef - Franz Gassner - für dieselbe Sache schlägt: nämlich die ÖVP. Hinlänglich bekannte Ursache für den Clinch: Gassner boxte gegen den erbitterten Widerstand des Murauer Gemeindechefs durch, dass auf Lassnitzer Boden - also vor den Toren der Bezirkshauptstadt - ein schmuckes Einkaufszentrum gebaut wird Hier kandidieren heuer übrigens lediglich ÖVP und SPÖ, die FPÖ lässt es für diese Runde sein.
Kleine Kuriosität am Rande: Aktuell sitzt für die Freiheitlichen der Vater von Stefan Petzner, Generalsekretär für das BZÖ, im Gemeinderat. Wie der Vater, so der Sohn, kann man in diesem Fall also nicht gerade behaupten. Spannung in etlichen Kleingemeinden Interessant die Ausgangssituation in Krakaudorf. Das letzte politische Stündlein von Bürgermeister Wenzel Steinhart (ÖVP) hat längst geschlagen, nun schickt man Manfred Eder als neuen Spitzenkandidaten ins Rennen. Ja genau, jener Herr Eder, der einst freiwillig als ÖVPler aus dem Gemeinderat ausschied...
Gleich drei Namenslisten hoffen am 21. März in der sozialdemokratischen Hochburg Scheifling (übrigens eine von gesamt neun SPÖ- Gemeinden des Bezirks) auf den Einzug in den Gemeinderat. Weitere Herausforderer: Schwarze und Blaue.
Letztere haben in Neumarkt gar den Bürgermeistersessel zu verteidigen. Reinhardt Racz ist hier der Gemeindeoberste. "Starke Nummer eins zu bleiben", so lautet das Wahlziel der FPÖ.
Alles neu macht der März…?
Auf einen Farbwechsel hofft die SPÖ im 687 Einwohner zählenden Teufenbach. Fünf Mandate halten aktuell die Schwarzen, vier die Roten. Allerdings lag die ÖVP bei der letzten Wahl im Jahr 2005 mit mageren acht Stimmen vor der sozialistischen Konkurrenz. In St. Peter am Kammersberg ist die Situation spiegelverkehrt: Die ÖVP hofft, mit dem fleißigen Neo- Kandidaten Karl Wieser die Kommune nach zehn Jahren endlich wieder umzufärbeln.
von Barbara Winkler und Jakob Traby, "Steirerkrone"