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Rot-schwarz: die zwei Seiten des Bezirks Judenburg

26.02.2010, 12:50
Rot-schwarz: die zwei Seiten des Bezirks Judenburg (Bild: Stadtgemeinde Judenburg)
Foto: Stadtgemeinde Judenburg
Kaum ein Bezirk ist politisch so zweigeteilt wie Judenburg: Auf der einen Seite die großen Siedlungen Judenburg (im Bild Bürgermeisterin Grete Gruber), Fohnsdorf und Zeltweg, in denen seit jeher die SPÖ den Bürgermeister stellt. Auf der anderen Seite ländliche Gemeinden, in denen die ÖVP dominant ist.

Gähnende Langeweile also? Mitnichten. In einigen Kommunen brodelt's gewaltig: Schuldenberge, Rücktritte, Abspaltungen, Bürgerinitiativen usw..

Straner unter Beschuss
Die meisten Schlagzeilen hatte in jüngster Zeit ohne Zweifel Fohnsdorf. Zuerst positive, als die Aqualux- Therme eröffnet wurde. Später negative, als die finanzielle Misere rund um Therme und Gemeindeschulden ans Licht kam. Bürgermeister Johann Straner (SPÖ), bis vor Kurzem auch Geschäftsführer der Therme, steht natürlich stark unter Beschuss. Um sein Amt braucht er aber nicht zittern: Die SPÖ hält derzeit 19 von 25 Mandaten im Gemeinderat. Gespannt kann man auf das Abschneiden der ÖVP sein: Vizebürgermeisterin Ingrid Felfer konnte sich bei der Finanzcausa profilieren.

SPÖ- Dissidenten in Pöls
Auch in der Industriegemeinde Pöls schneidet sich die SPÖ ins eigene Fleisch. Im Vorjahr verließen mehrere Mandatare, darunter Vizebürgermeister Johann Kaiser, in Unfrieden die Fraktion. Als Bürgerliste wollen sie nun dem amtierenden Ortschef Ernst Korp das Leben schwer machen.

Ähnliche Sorgen hat Grete Gruber in Judenburg nicht. Die SPÖ- Stadtchefin, der Polarisieren und Poltern fremd ist, verteidigt eine trotz großer Konkurrenz (auch KPÖ und BZÖ treten an) quasi uneinholbare Mehrheit und kann bereits für die nächste Periode planen: "Die Krise hat uns stark getroffen, wir müssen Arbeitsplätze schaffen und auch gegen die Abwanderung ankämpfen", erklärte Gruber im Gespräch mit der "Steirerkrone". Und: "Wir benötigen einen Sparkurs!"

Gewalt und Vandalismus in Judenburg
Besonders heiß diskutiert wird derzeit in Judenburg das Thema Gewalt und Vandalismus. "Jugendliche haben Angst, fortzugehen", berichtet Natalie Mlakar (22), die mit ihrer überparteilichen Initiative "Mehr Sicherheit für Judenburg" derzeit für Aufruhr sorgt. Bürgermeisterin Gruber kennt das Problem: "Wir haben einen privaten Sicherheitsdienst engagiert."

S36 erhitzt Gemüter
Bezirksweit ist der geplante Ausbau der S36 das große Thema. Wie mehrfach berichtet, kämpfen viele Bürgerinitiativen gegen die neue Schnellstraße. Gruber will sich nicht endgültig festlegen: "Ein Ausbau ist notwendig, aber die geplante Größe führt zu einer Verkehrslawine."

Zeltweg- Vize tritt ab
Eine handfeste Überraschung gibt es in Zeltweg: Die Grünen unter Vizebürgermeister Johann Richter treten nicht mehr an. Die Karten für die kleineren Parteien (die SPÖ ist dominant) sind somit neu gemischt. Vor allem ÖVP und FPÖ, letztere ist erstmals seit 15 Jahren wieder dabei, machen sich Hoffnungen. Und auch in Oberzeiring sind die Schwarzen (wieder) zuversichtlich. Aus deren Reihen hört man, dass der Wechsel an der Spitze (Alois Mayer folgte auf Johann Kreuzer) den Bürgermeistersessel gerettet habe.

von Jakob Traby und Barbara Winkler, "Steirerkrone"

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