Eifrig überwiesen

Ganze Familie sitzt Telefonmafia auf – 37.760 € verloren

Steiermark
06.02.2012 18:38
Als ihn ein Anrufer von einem hohen Gewinn informierte, schaltete ein Grazer Lehrling offenbar sein Gehirn aus. Für versprochene 98.723 Euro, die er nie bekommen wird, zahlten er, seine Mutter und die Mutter seiner Freundin den Betrügern 37.760 Euro an "notwendigen Gebühren".

Beim ersten Anruf teilte ein Mann dem 21-Jährigen mit, dass er 46.000 Euro gewonnen habe, vor der Auszahlung aber 710 Euro an Bearbeitungsgebühr bezahlen müsste. Das tat der Steirer auch, woraufhin ihn ein angeblicher Bankangestellter aus Berlin informierte, dass der Gewinn nun dank hoher Zinsen auf 98.723 Euro gestiegen sei. Nur - da wären noch 3.950 Euro an "vorgeschriebenen Gebühren" zu bezahlen…

Steirer überwies immer weiter
Der Steirer schöpfte keinen Verdacht, träumte vielmehr von seinem Gewinn und überwies. Finanziell unterstützt von der Freundin, deren und seiner Mutter schickte er weiter Geld: 4.280 Euro für Dolmetscherkosten, 13.220 Euro für die Steuer, 11.000 Euro für diverse Spesen und – auch das machte keinen der Betroffenen stutzig – 4.600 Euro "für Anwaltskosten und die Kontrolle durch die Kripo Hannover und Wien".

Erst ein diesmal echter Anruf der Polizei ließ den Steirer die bittere Wahrheit erkennen: dass er Betrügern aufgesessen war. Insgesamt 37.760 Euro sind jedenfalls für immer verloren.

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