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Bezirk Fürstenfeld in schwarzer Hand ++ Brennpunkt S7

24.02.2010, 10:51
Bezirk Fürstenfeld in schwarzer Hand ++ Brennpunkt S7 (Bild: Werbeagentur Wilder Mohn)
Foto: Werbeagentur Wilder Mohn
Fürstenfeld ist zwar der kleinste Bezirk der Steiermark, an Brennpunkten mangelt es aber nicht: Allein die Haltung der Lokalpolitiker zur umstrittenen neuen Schnellstraße S7 wird so manches Kreuzerl in der Wahlkabine bestimmen. An der Dominanz der ÖVP wird sich aber insgesamt kaum etwas ändern.

Schwarz, tiefschwarz, Fürstenfeld: Der oststeirische Bezirk an der Grenze zum Burgenland ist fest in der Hand der Volkspartei. Kurios, dass sich genau hier die einzige Gemeinde im Land befindet, in der die ÖVP nicht antritt: Nestelbach im Ilztal. Allerdings stellt die ÖVP- nahe "Gemeindeliste" (GL) mit August Friedheim derzeit den Bürgermeister.

ÖVP regiert in Fürstenfeld

Auch die Stadt Fürstenfeld ist eine Rarität: Als eine der wenigen Bezirkshauptstädte hat sie einen Ortschef aus den Reihen der ÖVP (sogar im schwarzen Kernland Feldbach kommt er von der SPÖ). Werner Gutzwar (im Bild) regiert mit knapper absoluter Mehrheit. Sie zu verteidigen, sei das Ziel für den 21. März, wie er im Gespräch mit der "Krone" betont.

Rechtzeitig zum Wahljahr kann Gutzwar einen wichtigen Erfolg vorweisen: Auf den Gründen der ehemaligen Austria- Tabak- Werke (18.000 m² groß) dürfte sich fünf Jahre nach der Schließung endlich etwas tun. "Es wird ein Kinocenter einer großen Kette geben, dazu Wohnungen, betreutes Wohnen und eine Geschäftsansiedlung", freut sich Gutzwar. Der Baustart soll noch heuer erfolgen.

S7 sorgt für böses Blut
Auch bei einem viel heikleren Thema sollen 2010 erstmals die Bagger auffahren: Die Schnellstraße S7, die von der Südautobahn bei Riegersdorf (Gemeinde Hainersdorf) bis zum Grenzübergang Heiligenkreuz (Burgenland) geplant ist, sorgt für böses Blut in der Region. Bürgerinitiativen kämpfen vehement dagegen, einige Gemeinden führten sogar schon Bürgerbefragungen durch.

"Von mir kommt ein absolutes Ja", kennt Gutzwar kein Lavieren. "Zum einen ist eine Verkehrsentlastung für die Bevölkerung unbedingt notwendig. Zum anderen erwarte ich mir einen wirtschaftlichen Impuls für die Region." Zu verhindern wird der Straßenbau ohnehin nur noch schwer sein: Die Umweltverträglichkeitsprüfung wurde bereits positiv abgeschlossen.

Harald Fischl tritt an
Neben der ÖVP tummelt sich in Fürstenfeld eine bunte Runde an Parteien und Listen. Neben den üblichen Verdächtigen (SPÖ, Grüne, FPÖ) treten Harald Fischl, ehemaliger GAK- und aktueller Präsident des Basketballvereins Fürstenfeld Panthers, für das BZÖ sowie der weit rechtsaußen stehende Franz Radl mit seiner eigenen Liste ("FRANZ") an.

Auf Platz drei beim BZÖ findet sich übrigens Kurt Pledl, der bis vor wenigen Wochen noch Bezirksparteiobmann der Freiheitlichen war. Er vollzog einen fliegenden Wechsel zum orangen "Erzfeind", nachdem ein anderer blauer Funktionär bei einer Parteisitzung mit "Heil Hitler" gegrüßt haben soll.

Zwei ÖVP- Abspaltungen
Da es bei der letzten Gemeinderatswahl 2005 nirgendwo zu wirklich knappen Ergebnissen gekommen ist, sind Bürgermeisterwechsel im Bezirk unwahrscheinlich. Dennoch verspricht die Konstellation in einigen Kommunen Spannung. Das beste Beispiel ist Söchau. Hier hatte Bürgermeisterin Emmi Schrott (ÖVP) kurz vor der Wahl ihren Rückzug bekanntgegeben, woraufhin es zur Abspaltung kam: Vizebürgermeister Josef Kapper tritt jetzt mit einer eigenen Liste an. Bei der ÖVP ist Johann Sammer neuer Spitzenkandidat. Ähnlich die Situation in Altenmarkt: Hier ist Johannes Grünwald (ÖVP) mit Konkurrenz aus den eigenen Reihen konfrontiert.

Keine Auswahl in Stein
Ruhiger kann die ÖVP im Örtchen Stein dem 21. März entgegenblicken. Auf dem Wahlzettel findet sich nämlich keine einzige Alternative. Stein wird somit, wie wohl der ganze Bezirk, auch nach der Wahl ein schwarzer Fleck auf der Landkarte bleiben...

von Jakob Traby und Barbara Winkler, "Steirerkrone"

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