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16.09.2014 - 19:29

Ludwig Muxel: Er wahrt Geheimnisse der Royals

24.02.2013, 09:00
Ludwig Muxel: Er wahrt Geheimnisse der Royals (Bild: EPA, APA/Dietmar Stiplovsek)
Foto: EPA, APA/Dietmar Stiplovsek
Den künftigen König der Niederlande kennt er seit dessen erstem Pflugbogerl. Mittlerweile ist Ludwig Muxel seit 20 Jahren Bürgermeister von Lech am Arlberg und besonnener Gastgeber der Königsfamilie.

Ludwig Muxel kann reden, ohne etwas zu sagen. Journalisten schätzen das weniger. Doch Königinnen, Prinzen und Prinzessinnen legen darauf größten Wert. Vor allem, wenn sie mit ihren Familien auf Urlaub sind. Und mit royalem Urlaub kennt sich Muxel aus. Er ist Bürgermeister von Lech am Arlberg; jenes weltberühmten Skiortes, in dem die niederländische Königsfamilie seit dem Jahr 1959 ihren Winterurlaub verbringt. In 54 Jahren kann viel passieren: königliche Ausrutscher, Skandale, "Gschichterln". "Mag sein", sagt Muxel, "ich kann mich da jetzt aber an nichts Konkretes erinnern." Und selbst wenn ihm etwas einfiele, er würde zwar reden, aber eben nichts sagen. "Für uns ist das Wichtigste, dass die Privatsphäre der königlichen Familie gewahrt wird."

Den höchstpersönlichen Lebensbereich seiner prominenten Gäste zu schützen, ließ den 57- Jährigen vor fast genau einem Jahr an seine Grenzen stoßen. Damals fuhr Prinz Friso mit seinem langjährigen Freund, Skikameraden und Gastgeber, Florian Moosbrugger, in einen ungesicherten Hang ein und löste eine Lawine aus, die den Prinzen unter sich begrub. Seitdem liegt der Sohn von Königin Beatrix im Koma. Lech war für zwei Wochen von Journalisten aus aller Welt belagert. Dennoch drang nichts an die Öffentlichkeit, das nicht dazu bestimmt war. Mit ein Verdienst von Ludwig Muxel, der heuer sein 20- Jahre- Amtsjubiliäum als Bürgermeister begeht: "Diese zwei Wochen waren eine belastende Zeit, weil jeder etwas von mir wissen wollte."

Köngishaus hat Informationen im Griff

Doch mit privaten Details aus dem Haus Oranien- Nassau verhält es sich anders als mit Skandalen der britischen Royals. Die Pressestelle des Königshauses hat die Informationen fest im Griff. Regelmäßig bekommen Journalisten einen Happen hingeworfen, wie den traditionellen Pressetermin in Lech, um anschließend von den Medien wieder Ruhe einzufordern. Das funktioniert erstaunlich gut. Halten sich Medienvertreter einmal nicht an die unausgesprochene Übereinkunft, ist die Aufregung groß.

Beispielsweise als Prinz Willem- Alexander im Jahr 1995 auf der Autofahrt nach Lech mit seiner damaligen Freundin, Emily Bremer, einen Autounfall hatte. Das war aus zwei Gründen unangenehm: Seine Mutter, Königin Beatrix, konnte Bremer nicht ausstehen. Und die Beziehung wurde damals als harmloses Techtelmechtel abgetan (am Ende hielt es vier Jahre). Da halfen Presseberichte über den Unfall der beiden nicht. Es herrschte royales Schweigen. Auch die Gastgeber in Lech hielten sich daran. Das Paar war kurz nach dem Unfall unverletzt auf der Piste.

Dass Beatrix mit ihrem Mann, Prinz Claus, 1999 während des Skiurlaubs eingeschneit wurde und mit dem Hubschrauber aus ihrer misslichen Lage befreit werden musste, ist dem schweigsamen Bürgermeister auch keine Silbe wert. Nachdem Prinz Claus 2002 starb, suchte Beatrix in Lech stille Erholung. "Darauf ist sie sehr bedacht. Sie fährt Ski und geht viel spazieren", sagt Muxel. Ihre Mutter, die vormalige Königin Juliana, starb im Jahr 2004. Sie stand 1995, im Alter von 86 Jahren, in ihrem geliebten Lech zum letzten Mal auf den Skiern.

Urlaub in Lech auch mit Willem- Alexander als König

Der nächste König der Niederlande, Prinz Willem- Alexander, übernimmt am 30. April den Thron. Sein Regierungsstil wird ein anderer sein als der seiner Mutter. Doch die Tradition, auf Skiurlaub nach Lech zu fahren, wird er fortsetzen. Seinen ersten großen Auftritt feierte er dort im Jahr 1968 – als pummeliger Prinz im Kinderwagen. Dass weitere rasante Abfahrten als König folgen, darauf hofft Ludwig Muxel. Die Oranjes sind ihm ans Herz gewachsen. Ihre Schicksalsschläge genauso wie Momente voller Glück. Dass er beides miterleben durfte, verdankt der Politiker seiner Professionalität. Dazu gehört eben auch, viel über seine prominenten Gäste zu reden, ohne etwas über sie zu sagen.

Ulli Kittelberger und Tirza de Fockert, Kronen Zeitung
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