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17.09.2014 - 13:33

"CopStories" in Wiens kulturellem Schmelztiegel

19.02.2013, 11:55
"CopStories" in Wiens kulturellem Schmelztiegel (Bild: APA/Georg Hochmuth)
Foto: APA/Georg Hochmuth
Nachbarschaftsstreitigkeiten, kriminelle Machenschaften oder ein stinkender Anzug: Das neue ORF- Krimiformat "CopStories", das ab 5. März immer dienstags um 20.15 Uhr auf ORF eins zu sehen ist, setzt auf einen bunten Mix aus Themen - und Darstellern. Immerhin darf sich ein gutes Dutzend an Hauptcharakteren mit den Herausforderungen, die ein Polizeikommissariat im kulturellen Schmelztiegel Ottakring täglich bietet, herumschlagen.

Am Montagabend wurden in Wien die ersten beiden Episoden erstmals vorgestellt, wobei ORF- Fernsehfilmchef Heinrich Mis festhielt: "Das ist Unterhaltung mit Haltung." Diese müssen jedenfalls die "Cops" in der Serie beweisen, werden sie im passenderweise "Bahöh" betitelten Auftakt doch ohne Vorwarnung mitten ins Geschehen geworfen: Am Wiener Yppenplatz scheint ein Streit zwischen Jugendlichen und Taxlern zu eskalieren, Kripo- Abteilungsleiter Altan Uslu (Fahri Yardim) versucht seinen Bruder vor Drogengeschäften zu schützen, und Polizist Roman Mohacsi (Holger Schober) hat mit seinem mit Buttersäure überschütteten Anzug zu kämpfen. Das ganz alltägliche Polizistenleben also.

Neben den kleinteiligen "Stories" - jeder Darsteller bekommt ausreichend Platz pro Folge - ziehen sich einige Handlungsstränge durch die gesamte Staffel. "Ich denke, dass die Zuschauer einen längeren Atem brauchen oder einfach so begeistert sein müssen, dass sie dran bleiben, um nicht den Überblick dafür zu verlieren", erklärte Johannes Zeiler. Er gibt den neuen Chef im Kommissariat, Andreas Bergfeld, der erst mal für Ordnung im ebenso chaotischen wie liebenswürdigen Haufen sorgen muss. "Bergfeld ist der, der sagt: Bleiben wir auf dem Punkt, jetzt machen wir Ernst."

Holländische Serie als Vorbild

Stilistisch hat man sich für "CopStories", das sich an die holländische Vorlage "Van Speijk" anlehnt, für schnelle Schnitte und flexible Kameraführung nah an den Darstellern entschieden. Inszeniert wurden die zehn Episoden von Paul Harather, Christopher Schier und Barbara Eder, für die Drehbücher zeichnen Mike Majzen und Guntmar Lasnig verantwortlich. "Ich glaube, dass eine gute Form gefunden wurde für ein schnelles Tempo, aber ohne Fahrigkeit", unterstrich auch Zeiler. Die Arbeit in dem großen Cast empfand er "wirklich als Genuss".

Das wird auch von Claudia Kottal unterstrichen. Die aus den "Staatskünstlern" für ihre Parodien bekannte Schauspielerin darf als Bezirksinspektorin Leila Mikulov in der zweiten Folge gleich undercover ermitteln. "Ich glaube, dass das auch in Wirklichkeit oft vorkommt. Für mich war es ein bisschen der Sprung ins kalte Wasser, weil wir nicht viel Drehzeit hatten und ich gleich undercover arbeiten musste", lachte die junge Wienerin. "Wir mussten auch teilweise die Gruppendynamik vorausdenken, die sich so noch gar nicht entwickeln konnte."

Zweite Staffel fixiert

Zeit, ihre Figuren genauer zu erforschen, werden Zeiler, Kottal und auch das weitere Ensemble rund um Serge Falck, Martin Zauner oder David Miesmer jedenfalls haben. "Es wird eine zweite Staffel geben", erklärten ORF- Generaldirektor Alexander Wrabetz und Fernsehdirektorin Kathrin Zechner im Anschluss an die Premiere, was man auch als Commitment zu originär österreichischen Inhalte verstehe. "Und wenn, dann richtig", so Zechner. Ein Vertrauensvorschuss auch für Produzent Florian Gebhart, der sich darüber naturgemäß freute. "Einerseits gibt es das ja selten, andererseits muss ich ganz provokant sagen: zu Recht", schmunzelte dieser.

Für ihn trifft die Serie auch den "Punkt der Zeit": "Wir zeigen Milieus, die man heute auch auf der Straße sieht. Die Serie ist ebenso nach filmdramaturgischen Gesichtspunkten aufgebaut, wie uns auch wichtig war, dass es so real passieren kann." Entsprechend wird die Serie auch Teil des neuen, im März startenden ORF- Programmschwerpunkts "Wir sind Österreich" sein, wie Wrabetz ankündigte, für ihn ein "Beitrag zur unterhaltsamen Selbstreflexion der Gesellschaft". Laut Zechner wolle man zeigen, "dass das Leben Integration ist", und das Thema des Zusammenlebens verschiedener Kulturen "in die Normalität, in die Selbstverständlichkeit heben".

AG/red
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