Trotz permanenter Anfeindungen durch einige Austria-Fans - am vergangenen Sonntag beim 0:1 in Mattersburg war Wallner wieder Fan-Feindbild Nummer 1 und beinahe Opfer von Tätlichkeiten - wollte der seit Jänner 2006 in Wien-Favoriten stationierte ÖFB-Teamstürmer nicht von Genugtuung sprechen.
„Ich freue mich einfach nur irrsinnig. Für den Trainer, die Mannschaft und die Fans. Ich hoffe, dass wir mit dem Sieg neues Selbstvertrauen für die Meisterschaft gewonnen haben. Man kann durchaus von einer Art Neuanfang sprechen.“
Wallners Meinung nach sind „maximal 15 bis 20 Prozent“ der Fans nach wie vor gegen ihn. „Ich glaube, dass ich mit harter Arbeit und Toren auch diese Leute für mich gewinnen kann“, so der quirlige, aber in dieser Saison oft glücklose Dauerläufer, den nach der Mattersburg-Partie fast eine von einem Fan geworfene Flasche auf dem Kopf getroffen hätte.
Trainer Schinkels hatte zwischen Mattersburg und Legia das Gespräch mit dem harten Kern der Austria-Fans gesucht - Thema war natürlich Roman Wallner. „Das war eine hervorragende Kommunikation, wie man sie sich wünscht. Ich habe Roman verteidigt und ihnen versichert, dass er ein Superstürmer ist. Im Training haut er sieben von zehn Freistößen ins Kreuzeck, im Match leider alle drüber. Man muss nur Geduld haben.“ Dementsprechend dankbar ist der 24-Jährige seinem Headcoach: „Herr Schinkels hat mir sehr geholfen. Und jeder Sieg stärkt seinen Trainerstuhl.“
„Dass Wallner in dieser Phase ein Kopfballtor gelingt, ist genauso skurril wie unsere Gesamtsituation“, brachte es Sportdirektor Stöger nach dem Kopfballtreffer des nur 1,75 m großen Ex-Rapid- Publikumslieblings am treffendsten auf den Punkt.
Bei der Frage, wann er denn sein bis Donnerstag letztes Kopfballtor erzielt habe, zögerte Wallner kurz, ehe der langjährige Rapidler dann meinte: „Eigentlich darf ich das gar nicht sagen. Das muss in einem Derby gegen Franz Wohlfahrt gewesen sein.“ Ebenfalls für Rapid hatte Wallner zuletzt im Europacup getroffen: unter Trainer Lothar Matthäus hatte er im September 2001 beim 5:1-UEFA-Cup-Triumph im Hanappi-Stadion gegen Partizan Belgrad sogar einen Doppelpack hingelegt.
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