Polizist im Visier

Umstrittener Ermittler im Fall Pistorius kündigte

Sport
07.03.2013 19:50
Er leitete anfangs die Ermittlungen im Fall des mordverdächtigen Paralympics-Stars Oscar Pistorius, wurde dann aber überraschend von den Aufgaben entbunden: Jetzt hat der umstrittene Ermittler Hilton Botha (rechts im Bild), der selbst unter Mordversuch-Verdacht steht, das Handtuch geworfen und seinen Job bei der Polizei gekündigt.

Über die Gründe für diese Entscheidung könne er nichts sagen, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag in Pretoria. Es sei eine persönliche Entscheidung des Polizisten Hilton Botha, der am 14. Februar als einer der ersten Beamten am Tatort im Haus von Pistorius war, so der Polizeisprecher laut einem Bericht der südafrikanischen Nachrichtenagentur SAPA.

Staatsanwaltschaft und Richter hatten während der ersten Anhörungen des mordverdächtigen Paralympics-Stars Pannen und Schlampereien bei den Ermittlungen kritisiert. Südafrikas Polizeichefin Mangwashi Phiyega hatte Botha dann vor zwei Wochen von den Ermittlungsaufgaben in dem spektakulären Fall entbunden.

Ermittlungen wegen siebenfachen Mordversuchs
Grund für die Ablöse Bothas: Gegen den Polizisten wird wegen siebenfachen versuchten Mordes ermittelt. Dabei geht es um einen Vorfall aus dem Jahr 2011, als Botha und andere Polizisten auf einen Kleinbus mit sieben Insassen schossen, um ihn an der Weiterfahrt zu hindern. Es ging um die Suche nach Verdächtigen in einem Mordfall.

Nach dem Vorfall waren Botha und seine Kollegen wegen des Verdachts des siebenfachen Mordversuchs und des Schießens unter Alkoholeinfluss verhaftet worden. Die Ermittlungen wurden aber eingestellt - bis sich der Leiter der Anklagebehörde vor wenigen Wochen entschied, den Fall wieder aufzunehmen. Eine überraschende Wende, vor allem angesichts des Zeitpunkts während Pistorius' Kautionsanhörung.

Pistorius gegen Kaution frei
Der behinderte Profisportler wird von der Staatsanwaltschaft beschuldigt, am Valentinstag seine 29-jährige Freundin Reeva Steenkamp ermordet zu haben. Ende Februar war er gegen Kaution und strengen Auflagen aus der Haft entlassen worden (siehe Infobox). Der 26-Jährige hatte Steenkamp in seinem Haus durch die geschlossene Toilettentür im Badezimmer erschossen. Seinen Angaben zufolge glaubte er, es sei ein Einbrecher im Haus. Das nächste Mal muss Pistorius am 4. Juni vor Gericht erscheinen.

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