Turnierdirektor Herwig Straka war Anfang Juni zu den French Open nach Paris gereist und kam mit toller "Beute" zurück. Die Unterschrift von Tsonga hatte er noch vor dessen glattem Viertelfinalsieg gegen den Schweizer Grand-Slam-Rekordsieger Roger Federer in der Tasche. Danach wäre es wohl etwas teurer geworden.
"International noch mehr Flagge zeigen"
"Tsonga ist - verzeihen Sie diesen Ausdruck - einer der färbigsten Spieler auf der ATP-Tour", erklärte Straka ausschließlich hinsichtlich der Ausstrahlung des Weltranglisten-Siebenten. "Er ist in Frankreich ein Nationalheld und wird nun versuchen, seinen Wien-Titel von 2011 zu verteidigen." Tsonga prägt den ersten Entwurf des Turnier-Plakats, auf dem mit einer Wien-Silhouette zusätzlich gepunktet werden soll. Straka: "Wir wollen international noch mehr Flagge zeigen."
Mit der Verpflichtung von Monfils könnte Straka einen guten Griff gemacht haben. Auch er war im Ranking schon einmal Siebenter, stand nach einer schwierigen Phase eine Woche vor den French Open aber nur auf Position 119. Mit dem Einzug ins Nizza-Endspiel und Paris-Runde drei kämpfte sich der 26-Jährige aber wieder auf Rang 67 vor. Die Rasen-Saison startete Monfils am Dienstag mit einem Sieg in Halle gegen den kanadischen Weltranglisten-15. Milos Raonic.
Straka erwartet den Wahl-Schweizer bis zum Stadthallen-Turnier so stark verbessert, dass er unter den Gesetzten zu finden sein wird. Bei Haas wird das auf jeden Fall so sein. Als Ranking-Elfter steht der 35-Jährige auf dem Sprung zurück in die Top Ten, in denen er zuletzt Anfang November 2007 zu finden war. Schon Anfang Juli könnte es beim Routinier mit den ersten zehn klappen, ist er doch vergangenes Jahr in Wimbledon in Runde eins ausgeschieden.
Tsonga, Monfils und Haas sind keine Wien-Debütanten. Haas hat gar zehnmal in der Bundeshauptstadt gespielt, das erste Mal 1997 als 19-Jähriger. 2001 hat er den Event gewonnen, im Jahr davor war er Finalist gewesen. Zuletzt kam er zweimal in Serie ins Viertelfinale, 2011 aus der Qualifikation heraus. Tsonga ist in Wien unbesiegt, seine einzige Teilnahme war eben die beim Titelgewinn vor zwei Jahren. Und Monfils war 2008 im Finale und 2009 im Viertelfinale von Wien zu bewundern.
Melzer als "Markenbotschafter"
Mit Melzer hat Straka einen Zweijahresvertrag geschlossen, Österreichs Nummer eins wird also auch 2014 dabei sein. "Jürgen ist der Turnier- und Markenbotschafter", bezog sich Straka darauf, dass der Hauptsponsor des Turniers auch Melzer unterstützt. Nach seinen Titelgewinnen 2010 und 2011 lief es beim 32-Jährigen zuletzt mit dem Viertelfinale 2011 und einer Auftaktniederlage 2012 nicht nach Wunsch. Das soll sich im Oktober ändern.
Auf der Wunschliste Strakas stehen auch Spieler aus dem Bereich der Top 20 wie Raonic oder der US-Amerikaner John Isner. Wer auch immer letztlich in der Stadthalle aufschlagen wird, wird um ein um einige Prozent erhöhtes Preisgeld spielen. Der Titelgewinn bringt 90.500 Euro ein, die Gesamtdotation wurde um 20.000 Euro auf 570.000 angehoben. Auch im Doppel wird wieder ein attraktives Feld mit Österreichern und womöglich den US-Stars Bob und Mike Bryan angestrebt.
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