Paszek schloss gegen die durchaus bemühte Cornet an ihren begeisternden Sieg am Vortag gegen die Dänin Caroline Wozniacki an. Ein schnelles Break in beiden Sätzen war die Basis für den glatten Erfolg. In Durchgang eins schaffte ihre Gegnerin noch ein Rebreak zum 1:3, damit hatte sie ihr Pulver aber verschossen, auch wenn sie noch vier Satzbälle der Dornbirnerin abwehrte. Nach einer WC-Pause bestimmte Paszek auch in Satz zwei das Tempo, verwertete nach 79 Minuten Matchball drei.
Mit ihrem Erfolg über Wozniacki hatte Österreichs Nummer eins viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen, viele Fans gingen auf Court 5 Paszek schauen. Nachdem sie nun gegen Bad-Gastein-Siegerin Cornet im Head-to-Head mit 2:1 in Front gegangen ist, wartet mit Wickmayer die Bad-Gastein-Finalistin. Die 22-Jährige liegt als 36. in der Weltrangliste einen Rang vor Paszek, das bisher einzige Duell gewann die Vorjahres-Viertelfinalistin aus dem "Ländle" 2008 in Auckland auf Hartplatz in zwei Sätzen.
Melzer an Lacko gescheitert
Für Melzer war es die zweite Fünfsatz-Partie, nachdem er die vertagte gegen den auf Nummer 25 gesetzt gewesenen Schweizer Stanislas Wawrinka am Vortag gewonnen hatte. Gegen Lacko fand der Niederösterreicher aber nie über eine längere Zeit zu seinem Rhythmus. Zwar begann er mit einem Break, doch nach dem baldigen Rebreak nahm Lacko Österreichs Nummer eins zum 6:4 erneut das Service ab. Erst Ende des zweiten Durchgangs fand Melzer den roten Faden in seinem Spiel.
Mit Mühe hatte er sich ins Tiebreak gekämpft. Melzer waren bis tief in Durchgang zwei viele leichte Fehler passiert, in der Entscheidung reichte ihm jedoch ein Minibreak zum 5:4 zum Satzausgleich. In dieser Tonart machte der Niederösterreicher weiter. Mit einem Break zum 4:2 und stabilerem Spiel holte er sich Satz drei. Lacko aber machte es dem Weltranglisten-35. nach, mit dem Verlust seines ersten Aufschlagspiels war für Melzer Satz vier auch schon verloren. Der fünfte Satz begann mit drei Breaks. Lacko gelang das letzte davon, danach servierte er aus.
Melzer hat die Überlegenheit des Gegners anerkannt. "Klar ist man enttäuscht, wenn man in fünf Sätzen verliert. Aber so, wie das Spiel verlaufen ist, muss man sagen, dass er dominiert hat. Wenn der Ball im Spiel war, war er der bessere Spieler. Er hat von hinten mehr Ballwechsel gewonnen als ich", gab der Niederösterreicher zu.
Nadal sensationell ausgeschieden
Der Spanier Rafael Nadal ist am Donnerstag sensationell gescheitert. Die Nummer zwei der Setzliste musste sich dem Weltranglisten-100. Lukas Rosol aus Tschechien 7:6(9), 4:6, 4:6, 6:2, 4:6 geschlagen geben. Nadal hat den Rasen-Klassiker in London 2008 und 2010 gewonnen. Die jüngsten vergleichbaren Sensationen in Wimbledon ereigneten sich sich vor neun und zehn Jahren: 2003 verlor Lleyton Hewitt als Titelverteidiger in der ersten Runde gegen den damals noch wenig bekannten Ivo Karlovic, ein Jahr später besiegte der Schweizer George Bastl den siebenfachen Champion Pete Sampras in der zweiten Runde.
Rosol spielte die Partie seines Lebens. "Ich kann nur hoffen, noch jemals in meinem Leben so gut zu spielen", meinte Rosol nach dem verwerteten Matchball. Nach dem vierten Satz halfen auch die unklaren Regeln und der Turnier-Referee Andrew Jarrett Rosol bei der Sensation mit. Ausgerechnet in dem Moment, als Nadal endlich sein Spiel gefunden hatte und mit vier Game-Gewinnen in Folge zum 2:2 in Sätzen ausgeglichen hatte, wurde entschieden, das Dach zu schließen. Die Partie wurde für 45 Minuten unterbrochen.
Als es auf dem Centre Court unter geschlossenem Dach und Flutlicht weiterging, hatte sich Rosol wieder gefangen. Er nahm Nadal zum 1:0 den Aufschlag ab und servierte danach die Partie nach Hause. Nach 3:18 Minuten verwertete er den ersten Matchball mit seinem 22. Ass.
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