Lediglich in Satz Nummer eins war Paszek doch recht deutlich unterlegen. Zwar erarbeitete sie sich darin drei Breakchancen und damit ebenso viele wie Wickmayer, nützte davon aber nur eine, während die Belgierin alle drei in Spielgewinne umwandelte.
Im Duell zweier dreifacher Turniersiegerinnen erinnerte Paszeks Auftritt an jenen in der ersten Runde gegen die ehemalige Weltranglistenerste Caroline Wozniacki (5:7, 7:6, 6:4). Die Dornbirnerin verlor auch dort den ersten Satz, schaffte erst im Tiebreak den Satzausgleich und war im Entscheidungsdurchgang die etwas bessere Spielerin.
Auch im zweiten Satz musste die 21- jährige Österreicherin drei Aufschlagspiele abgeben, holte sich aber ihrerseits wiederum ebenso drei Breaks. Die fast logische Folge: Tiebreak. Diesen holte sich Paszek schließlich mit 7:4.
Im dritten Durchgang, in dem sich Paszek kurz wegen einer Blase am rechten Daumen behandeln ließ, war dann von Konstanz weder bei Paszek noch bei Wickmayer etwas zu sehen. Paszek lag bereits mit 4:2 und eigenem Aufschlag vorne. Wickmayer aber kämpfte sich zurück, stellte auf 5:4 und schlug zum Satzgewinn auf - Paszek breakte sie zum 5:5. Schließlich nützte die Vorarlbergerin ihren zweiten Matchball zum 7:5 im dritten Satz - mit einem Break, versteht sich.
Die Weltrangristen- 37. steht damit nach - turnierübergreifend - acht Matchsiegen in Folge zum dritten Mal nach 2007 und 2011 im Wimbledon- Achtelfinale. Dort trifft sie am Montag auf die als Nummer 21 gesetzte Italienerin Roberta Vinci, die sich gegen die Kroatin Mirjana Lucic durchsetzte.
"Ich habe nicht mein bestes Tennis gespielt, viele Eigenfehler gemacht und ein bisschen langsam begonnen. Und Wickmayer hat einfach unglaublich gespielt. Also habe ich mir gesagt: 'Entweder kämpfe ich oder ich gehe vom Platz.' Und es war noch nicht die Zeit, nach Hause zu gehen", erklärte Paszek, die nach ihrem Einzel- Sieg auch in der ersten Mixed- Runde mit Julian Knowle triumphierte.
Nach dem verwandelten Matchball sei das Gefühl "unbeschreiblich" gewesen. "Die Emotionen waren schon sehr groß, nachdem ich es geschafft hatte", so die Vorarlbergerin, die vor ihrer nächsten Gegnerin Roberta Vinci Respekt zeigt: "Sie hat einen super Slice und bewegt sich nicht schlecht. Aber ich werde wieder auf den Platz gehen und aggressiv spielen", versprach die 21- Jährige.
Weniger gut lief es für Jürgen Melzer und seine Partnerin Iveta Benesova. Für das Duo ist der Traum von der erfolgreichen Titelverteidigung im Mixed- Bewerb von Wimbledon bereits in der zweiten Runde geplatzt. Die österreichisch- tschechische Paarung, die in der ersten Runde ein Freilos hatte, musste sich am Samstag den Briten Dominic Inglot/Laura Robinson mit 3:6, 6:3 und 1:6 geschlagen geben.
Tennis- Geschichte hat am Samstag die Jaroslawa Schwedowa geschrieben: Die Kasachin holte beim 6:0, 6:4 in der dritten Runde gegen die als Nummer zehn gesetzte French- Open- Finalistin Sara Errani aus Italien den ersten Satz, ohne einen einzigen Punkt abzugeben. Damit schaffte sie ein sogenanntes "Golden Set". Sie trifft nun auf die US- Amerikanerin Serena Williams, die sich gegen die Chinesin Zheng Jie mit 6:7(5), 6:2, 9:7 ins Achtelfinale plagte.
Das Kunststück, einen Satz mit 24 Punkten en suite für sich zu entscheiden, bedeutete eine Premiere bei Grand- Slam- Turnieren. "Ich habe heute ein goldenes Ei gelegt", twitterte die Weltranglisten- 65., der bereits 2006 in Memphis gegen Amy Frazier 23 Punkte in Folge geglückt waren. Im Herren- Profi- Tennis gab es den "Golden Set" erst einmal - als sich der US- Amerikaner Bill Scanlon 1983 in Delray Beach mit 6:2 und 6:0 gegen Marcos Hocevar durchsetzte.