"Jack, hier ist die Vereinbarung, unterschrieben vom P. Dieses Geschäft ist nicht durch alle üblichen Gremien und Kommissionen gegangen. Deshalb bitte ich, es vorläufig nicht öffentlich zu machen", heißt es in dem auf Englisch verfassten Schreiben. "P." ist die beim Weltverband übliche Abkürzung für Präsident.
Der Verband bestätigte am Donnerstag die Echtheit des Dokuments, die Interpretationen und Vorwürfe seien aber "aus der Luft gegriffen und haltlos". Grundsätzlich könne der Präsident laut "Einzelunterschriftsberechtigung, die er dann dem Exekutiv-Komitee oder dem entsprechenden Komitee vorlegt", Agreements unterschreiben.
Schwere Vorwürfe von Warner
Der ehemalige Blatter-Vertraute und langjährige Chef des Kontinental-Verbandes CONCACAF, Warner, hatte zuletzt behauptet, die TV-Rechte von der FIFA für einen Spottpreis als Gegenleistung für seine Unterstützung Blatters in verschiedenen Wahlkämpfen bekommen zu haben. Der Weltverband hatte diese Vorwürfe zurückgewiesen. Warner habe seit 1986 die Rechte für Trinidad und Tobago für einen symbolischen Betrag bekommen, was der damals üblichen Praxis entsprochen habe.
Gegen Warner war wegen Korruptionsvorwürfen im Zusammenhang mit der FIFA-Präsidentschaftskandidatur von Mohammed Bin Hammam ermittelt worden. Der Funktionär aus Trinidad und Tobago trat deswegen zurück.
Strafrechtler rechnet mit weiteren Enthüllungen
Unabhängig vom nun aufgetauchten Schriftstück rechnet der Vorsitzende des neu gegründeten Governance-Komitees jedenfalls mit weiteren Enthüllungen. "Es würde mich erstaunen, wenn es ohne Skandal abliefe", sagte der Schweizer Strafrechtler Mark Pieth in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Der renommierte Jurist kritisierte die handelnden Personen und Strukturen in der FIFA scharf.
"Ich würde nicht sagen, die FIFA sei korrupt. Aber es gibt zu viele korrupte Einzelpersonen in dieser Struktur", sagte Pieth der "FAZ" und betonte: "Mir ist schon bewusst, dass die angeschlagenen Leute im FIFA-Vorstand, die neben ihrer Funktion noch private Geschäfte gemacht haben, ein Riesenproblem sind." Blatter dagegen "ist uns eigentlich relativ gleichgültig. Er tritt bei unserer Arbeit nicht wirklich in Erscheinung", so Pieth.
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