Bei den "Silberpfeilen" ungeliebt, statt Krieg im Team bestenfalls Waffenstillstand ohne Worte - bei Ferrari wird erst 2008 ein Platz frei. Und erst dann hätte auch Renault wieder ein Siegerauto. Die Pause ist also eine logische Konsequenz - und die Indizien sind klar. Gestern Abend, die Comeback-Gala für die Fuji-Strecke in einem Luxus-Privathotel am Fuß des Fujiyama. Hohe japanische Politiker, Bernie Ecclestone und praktisch alle Teamchefs, dazu fast alle Piloten von Hamilton bis Trulli und Schumacher feierlich in dunklen Anzügen - nur der Weltmeister fehlte, obwohl er im gleichen Hotel wohnt: Alonso, locker in Shorts und T-Shirt, spielte gleichzeitig einen Stock höher mit spanischen Kumpels ein paar Partien Billard...
Er wirkte wie ein Student auf Ferien
Das war nicht der Alonso, der "Tag und Nacht über die Formel 1 nachdenken muss, bis es schmerzt" (Ron Dennis). Eher wie ein Student auf Japan-Ferien. "Ich rede mit Alonso kein Wort mehr!", gab Dennis beim FIA-Weltkongress zu Protokoll, was Alonso in Fuji leicht abschwächte. "Wir redeten schon kurz miteinander - beim Einchecken im Hotel." Offiziell sagt Alonso: "Ich fahre auch 2008 Formel 1 - ich habe einen Vertrag mit McLaren." Aus dem er wegen der 100-Millionen-Dollar-Strafe raus könnte ("Imageschädigung"), außerdem kann kein Team einen Fahrer zwingen weiterzufahren.
Aber wohin kann die Reise gehen, Fernando? Alonso mürrisch: "Ich mag nicht alle fünf Minuten auf Spekulationen antworten. Zu viele Leute reden über meine Zukunftspläne - sogar Leute in meinem jetzigen Team." Das sagt alles...
Also ein "Sabbatical": Das hatte schon Niki Lauda in den Saisonen 1980 und 81, um seine Airline aufzubauen - und Alain Prost 1992, als er warten musste, bis das "Wunderauto" Williams-Renault frei wird. Aber dann steht der ganze Fahrermarkt Kopf: Nico Rosberg zu McLaren - oder vielleicht sogar das Comeback von Alex Wurz bei den Silberpfeilen...?
Von Heinz Prüller, Kronen Zeitung
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