Haider-Maurer bot gegen Almagro eine ansprechende Leistung: In Satz eins ließ er keinen Breakball gegen sich zu und blieb seinerseits bei einer 5:4-Führung als Rückschläger hartnäckig, was im Verwerten seines vierten Satzballs resultierte. In Durchgang zwei nutzte der Iberer einen frühen Breakball und brachte diesen Vorsprung über die Distanz. Haider-Maurer blieb in Folge ohne Breakchance und musste sich nach 2:15 Stunden geschlagen geben, blieb aber bei der Zahl unerzwungener Fehler hinter Almagro zurück.
Haider-Maurer: "Bin froh, dass es bergauf geht"
Der Niederösterreicher hatte dann auch das Gefühl, dass mehr drinnen gewesen wäre. "Aber vier Fehler im ersten Game des zweiten Satzes haben das Ganze dann etwas gedreht", bezog er sich auf den ersten Break-Gewinn von Almagro. "Trotzdem bin ich froh, dass es bergauf geht", fügte der seit Kurzem von Ex-Melzer-Coach Joakim Nyström betreute Haider-Maurer an. "Mein Trainer sagt, ich hätte zuletzt mein Potenzial nicht abgerufen, nicht aggressiv genug gespielt. Heute hat das zwischenzeitlich schon funktioniert."
Paszek: "Eigentlich war es eines meiner besseren Matches"
Paszek gegen Oudin war ein Break-Festival, 14 der 19 gespielten Games gingen nicht an die Aufschlägerin. In Satz eins entschied ein einziges durchgebrachtes Service-Game, denn außer dem Spiel zum 3:2 von Oudin gab es nur Game-Gewinne der Rückschlägerin. In Satz zwei brachte Paszek das einzige Mal im Match ihren Aufschlag durch, gab die frühe 2:0-Führung aber noch aus der Hand. Nach dieser in 96 Minuten fixierten Niederlage hält die 22-Jährige heuer bei zehn Erstrunden-Niederlagen. Ihren einzigen Sieg holte sie in Runde eins der Australian Open gegen die Schweizerin Stefanie Vögele.
"Eigentlich war es noch eines meiner besseren Matches der letzten Zeit", meinte Paszek, "von der Spielweise her und weil ich mich körperlich endlich besser fühle." Das ändert aber nichts daran, dass das Jahr für die ÖTV-Nummer eins bisher katastrophal verlaufen ist. "Es ist einfach ein Seuchenjahr bisher. Aber ob ich in den Top 100 stehe oder nicht, ist egal. Ich werde weiter hart arbeiten." Gegen Oudin habe sie sich nicht getraut, nach einem guten Ball so weiterzuspielen, aggressiv zu sein. "Ich habe immer gezweifelt. Es hat eben alles mit Selbstvertrauen zu tun."
Melzer: "Wenn er immer so aufschlägt, ist er gefährlich"
Mit einer glatten Dreisatzniederlage waren die French Open im Einzel auch für Melzer schnell wieder vorbei. Der 32-Jährige verlor gegen den in der Weltrangliste 25 Positionen hinter ihm auf Platz 68 liegenden Niederländer Igor Sijsling (25) in nur 96 Minuten mit 4:6, 3:6, 2:6. Nur der erste Satz dauerte mit 37 Minuten länger als eine halbe Stunde. Melzer verpatzte damit auch den Davis-Cup-Test gegen den Niederländer, dem er heuer auch schon in Memphis glatt unterlegen war. "Es tut weh, wenn man so früh rausgeht und wenn man gar nicht in ein Match reinkommt. Das frustriert", so Melzer.
"Ich habe insgesamt sechs Mal meinen Aufschlag abgegeben, das ist einfach zu viel", gab der Deutsch-Wagramer nach der Erstrunden-Abfuhr beim elften Paris-Start zu. Durch die starken Aufschläge und die vielen Asse (16!) des Gegners hätten ihm die freien Punkte gefehlt, zog der Niederösterreicher Bilanz. "Wenn er immer so aufschlägt, ist er ein gefährlicher Gegner. Meine Aufschlagquote war dagegen sehr schlecht, da spielt das Selbstvertrauen natürlich auch eine Rolle.
"Ich habe nicht die richtigen Entscheidungen getroffen"
Melzer war nach der glatten Niederlage durchwegs von seiner eigenen Leistung enttäuscht. "Mich nervt, dass ich heute meine Hausaufgaben nicht gemacht habe. Ich habe einfach nicht die richtigen Entscheidungen auf dem Platz getroffen", gab der aktuelle Weltranglisten-37. zu. Dass nun auch die Vorzeichen für den Daviscup-Relegationskampf gegen die Niederlande nicht wirklich besser geworden sind, dürfe derzeit keine Rolle spielen, beteuerte Melzer. "Ich will jetzt nicht an den Davis Cup denken. Aber ich werde sicher meine Lektion aus dem Match lernen. Für mich ist die Sandplatzsaison jetzt abgehakt."
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