Manchester United geht in New York an die Börse

04.07.2012, 09:29
Manchester United geht in New York an die Börse
Manchester United zieht es an die New Yorker Börse. Der englische Rekordmeister stellte am Dienstag bei der US- Börsenaufsicht SEC einen entsprechenden Antrag. Der Klub will nach aktuellem Stand bis zu 100 Millionen Dollar, das sind 76 Millionen Euro, beim Sprung aufs Parkett einsammeln. Der Einzelpreis der Aktie und das Datum des Börsengangs sind noch offen.

Ursprünglich hatte Manchester United nach Medienberichten einen Börsengang in Singapur oder Hongkong geplant. In Asien gibt es viele Fans. Über die Gründe, warum es nun New York geworden ist, lässt sich nur spekulieren: Der derzeitige Besitzer, der Milliardär Malcolm Glazer, kommt aus den USA. Er hatte Manchester United im Jahr 2005 für 790 Millionen Pfund (heute 940 Millionen Euro) gekauft. Das Unternehmen war damals an der Londoner Börse notiert. Zu dem Familienimperium gehört auch ein Unternehmen, dass Shoppingzentren besitzt und vermietet. Die Familie ist jedoch in Großbritannien unbeliebt, weil sie dem Klub mit der Übernahme hohe Schulden aufgebürdet hat.

Auch nach der Rückkehr an die Börse wird Glazer der Mehrheitseigentümer bleiben. Denn es kommen nicht alle Aktien gleichzeitig auf den Markt. Zudem greift der Milliardär zu einem Trick und sichert sich mit besonders stimmrechtsstarken Aktien auch langfristig die Kontrolle über den 134 Jahre alten Traditionsklub.

ManU wertvoller als Real und Barca

Manchester United ist nach einer Rangliste des US- Magazins "Forbes" der wertvollste Fußballverein der Welt mit 2,2 Milliarden Dollar noch vor Real Madrid mit 1,9 Milliarden Dollar und dem FC Barcelona mit 1,3 Milliarden Dollar. Bayern München landet in der Aufstellung auf Rang fünf mit einem geschätzten Wert von 1,2 Milliarden Dollar. Manchester sei sogar der wertvollste Sportklub überhaupt, schreibt "Forbes".

Manchester United selbst lobt sich im Börsenprospekt als "einen der erfolgreichsten Sportvereine der Welt mit einer großen, weltweiten Anhängerschaft". Der Klub spricht von annähernd 660 Millionen Unterstützern. Die Eigenwerbung erinnert ein wenig an das Soziale Netzwerk Facebook, das im Mai an die Börse gegangen war und mehr als 900 Millionen Nutzer auf der ganzen Welt hat. Der Facebook- Börsengang spielte sich allerdings mit Einnahmen von 16 Milliarden Dollar in einer anderen Liga ab. Technische Patzer und ein Überangebot an Aktien hatten den Kurs schnell einbrechen lassen und viele weitere Börsenkandidaten abgeschreckt - Manchester United offenkundig nicht.

Mit den Einnahmen aus dem Börsengang sollen die hohen Schulden des Klubs abgebaut werden, die noch aus der Zeit der Übernahme durch Glazer herrühren.

AG/red
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