Wien-Marathon

“Häfnbruder” Kibet gewinnt Wien-Marathon

Sport
29.04.2007 19:41
Der strahlende Sieger des Vienna City Marathon heißt Luke Kibet! Der 24-Jährige führte bei der 24. Auflage in 2:10:07 einen kenianischen Siebenfachsieg an. Ein Streckenrekord wurde vor allem durch zu viel Taktik verhindert, am Ende setzte sich "Häfnbruder" Kibet, Angestellter in einem Gefängnis, nach einer Solo-Flucht durch. Roman Weger war in 2:18:22 als 14. schnellster Österreicher, insgesamt war ein Rekordfeld von 26.279 Teilnehmern unterwegs!

Bereits um 9 Uhr Früh hatte es 17 Grad - zu heiß für einen Rekord. Bei Kilometer 5 die erste Schreckse-kunde: Ein Schranken vor der Hauptallee war unten - erst zehn Sekunden bevor die schnellsten Läufer eintrafen, wurde er von einem Polizisten geöffnet...

Die besten Bilder von Läufern und Schaulustigen findest du in der Diashow in der Infobox!

Die Stars lagen von Beginn hinter dem geplanten Tempo, "wir haben uns lange beobachtet, dazu war es extrem heiß", erklärte Kibet im Ziel. Lange war eine Zehn-Mann-Gruppe an der Spitze, Favorit Barmasai riss nach 25 Kilometern ab, im Finish war noch ein Quartett über. Kibet "flüchtete" im richtigen Moment, nach fünf Solo-Kilometern hatte er im Ziel 20 Sekunden Vorsprung auf Mwangi. "Ich bin überglücklich", strahlte der 24-Jährige, der in seiner Heimat regelmäßig mit Marathon-Weltrekordler Tergat trainiert. 

Dienst im Gefängnis
Der Wien-Triumphator arbeitet in Nairobi als Angestellter im Gefängnis, wo etliche Topläufer vom Staat "geparkt" werden - so ist ein hohes Trainingspensum möglich. "Denn länger als zwei Stunden bin ich nie dort", schmunzelt der "Häfnbruder", der wegen starker Magenprobleme nur drei Wochen intensiv für Wien trainiert hatte. Den 10.000-Euro-Siegercheck kann er brauchen: Die Tochter ist drei Monate alt, der Sohn drei Jahre. Und das Haus noch lange nicht fertig...

Völlig fertig war dafür Roman Weger, der in 2:18:22 deutlich über seiner Bestzeit blieb. "Die Beine waren schwer, ab Kilometer 15 war jeder Schritt ein Krampf." Mit seinen Olympia-Plänen machte er bereits Schluss: "Ich bin kein Träumer. Das Limit wird um 2:13 sein, das ist unrealistisch." 

Florian Gröger, KronenZeitung

 

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