"Ich bin aus allen Wolken gefallen, als ich vom positiven Test erfahren habe", kommentierte RadioShack-Star Schleck seinen Dopingfall in knappen Worten. Der Tour-Vorjahresdritte entging einer möglichen Verhaftung mit dem freiwilligen Gang zur Polizei. Er wurde dort von Ermittlern der Sonderheit OCLAESP - der in Frankreich auch für Doping zuständigen Behörde für die öffentliche Gesundheit - verhört. Am Dienstag gegen 23.30 Uhr verließ der Luxemburger das Revier.
Schleck streitet alle Vorwürfe ab
Schleck wies dabei jede Schuld von sich: "Ich streite kategorisch ab, irgendeine verbotene Substanz genommen zu haben." Der 32-Jährige besteht auf die Öffnung der B-Probe: "Falls die Analyse das Ergebnis bestätigt, werde ich argumentieren, dass ich das Opfer einer Vergiftung geworden bin."
Unterstützung erhält Frank von seinem Bruder Andy, der wegen einer Verletzung die Tour auslassen muss. "Bei meinem Leben und bei meiner Familie bin ich sicher, dass er nichts genommen hat", sagte der Toursieger von 2010.
Der erste positive Dopingbefund bei dieser Tour ist allemal ein kurioser Fall. Das Medikament Xipamid steht nicht auf der Liste der verbotenen Substanzen, eine direkte Leistungssteigerung wird damit nicht erzielt. Schleck dürfte laut Reglement auch das Rennen fortsetzen. Weil das Entwässerungsmittel zur Verschleierung anderer Dopingmittel verwendet werden kann, gibt es ein Verfahren. Die Strafe reicht von einer Verwarnung bis zu einem Jahr Sperre.
Enttäuschung bei RadioShack
In Absprache mit seinem RadioShack-Team ist Schleck nicht mehr zur 16. Etappe angetreten. Teamsprecher Philippe Maertens: "Wir sind alle sehr enttäuscht. Er war unser Leader, und wir haben uns noch viel von ihm erwartet."
Der Rennstall liegt mit den Schleck-Brüdern schon länger im Clinch. Team-Besitzer Flavio Becca soll den beiden mehrere Millionen Euro schulden. Frank könnte mit dem jetzigen Dopingfall seine Ansprüche verlieren.
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