Ringen ums Ringen

Drohender Olympia-Ausschluss ruft Proteste hervor

Sport
13.02.2013 15:17
Der geplante Olympia-Ausschluss des Ringsports hat auf der ganzen Welt Empörung ausgelöst. Einen Tag nach der historischen Entscheidung der Exekutivkommission des Internationalen Olympischen Komitees in Lausanne, die von der Vollversammlung im September in Buenos Aires noch bestätigt werden muss, brach eine internationale Protestwelle auf die obersten Olympia-Vertreter herein.

"Ich bin kein Fan von Verschwörungstheorien, aber die wahren Gründe für diese Entscheidung erscheinen mir offensichtlich", erklärte Russlands Ringerlegende Alexander Karelin. Der dreimalige Olympiasieger vermutet, die Überlegenheit Russlands und der ehemaligen Sowjetunion, die bisher 77 olympische Goldmedaillen im Ringen gesammelt haben, sei ausschlaggebend gewesen.

"Olympischer Geist wird getötet"
"Die Herren des IOC töten den olympischen Geist", schimpfte hingegen der Präsident des griechischen Verbandes, Kostas Thanos. Sollte Ringen abgeschafft werden, dann sollten die Bewerbe nicht mehr Olympische Spiele heißen, sondern in "Olympische Business Games" umbenannt werden, sagte der Funktionär. Das IOC sah sich weltweiten Vorwürfen ausgesetzt, die jahrhundertealte Sportkultur Ringen für die Modernisierung und Kommerzialisierung des Premium-Produkts Olympia geopfert zu haben.

In den USA wurde nur Minuten nach Bekanntwerden der IOC-Entscheidung eine Unterschriftenaktion gestartet, mit der das Weiße Haus aufgefordert werden soll, sich fürs Ringen einzusetzen. Bereits am Mittwochmorgen hatten die Bittsteller mehr als 14.000 Unterschriften für den "ältesten Sport der Welt" gesammelt. 100.000 Stimmen werden benötigt, damit sich die US-Regierung mit dem Thema befasst.

IOC: "Reaktionen sind normal"
Das IOC selbst war von den Reaktionen wenig überrascht. "Solche Reaktionen sind normal", sagte IOC-Vizepräsident Thomas Bach. "Jede Entscheidung hätte Proteste hervorgerufen. Wir müssen aber die richtige Balance zwischen Tradition und Fortschritt finden." Das IOC wird im Mai in St. Petersburg darüber entscheiden, welche der acht Kandidaten-Sportarten ins Olympia-Programm 2020 nachrücken soll.

Das Präsidium des internationalen Verbandes (FILA) will sich wehren und bis zur Vollversammlung des IOC eine globale Strategie ausarbeiten. Die IOC-Session kann im September in Buenos Aires die Entscheidung der Exekutive revidieren. Bereits bei der Vorstandssitzung an diesem Wochenende in Thailand will die FILA-Spitze die nächsten Schritte einleiten.

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