Cancellara nahm nach der Tortur über die 27 staubigen Pave-Sektoren aus der Zeit Napoleons seinen dritten Pflasterstein als Siegerpokal in Empfang. "Das war wie Roulette. Ich bin kaputt. Zum zweiten Mal das Double - das ist unglaublich", freute sich der Eidgenosse, der in der Vorwoche wie bereits vor drei Jahren auch die Flandern-Rundfahrt für sich entschieden hatte.
Cancellara war leicht angeschlagen ins Rennen gegangen
Er ist erst der zweite Fahrer nach Tom Boonen, dem dieses Double zweimal gelang. Boonen war diesmal nicht am Start, nachdem der Belgier bei einem Sturz in der vergangenen Woche in Flandern einen Rippenbruch erlitten hatte. Auch Cancellara war leicht angeschlagen ins Rennen gegangen, er war beim Scheldeprijs am Mittwoch und 24 Stunden später bei der Streckenbesichtigung gestürzt.
Der Schweizer war als einziger RadioShack-Fahrer schon früh isoliert, während die Klassikermannschaft Omega Pharma-Quick Step noch mit drei Fahrern das Geschehen bestimmen konnte. Der Belgier Stijn Vandenbergh und Zdenek Stybar, die mit Cancellara und Vanmarcke aussichtsreich im Rennen lagen, hatten aber Pech, als sie kurz nacheinander mit Zuschauern touchierten. Vandenbergh stürzte und fiel aussichtslos zurück. Stybar geriet ins Trudeln und wurde abgehängt, der Tscheche kämpfte sich aber noch auf Platz sechs.
Bernhard Eisel ärgerte sich über taktischen Fehler
Der Steirer Bernhard Eisel (12.)hielt sich lange im Spitzenfeld, in der entscheidenden Phase verlor der Sky-Profi aber den Anschluss. "Es waren nur noch 33 Kilometer ins Ziel, ich war lange am Hinterrad von Cancellara, bin einige Attacken mit ihm mitgefahren. Also war ich wirklich stark genug für die Gruppe mit den ersten acht. Leider habe ich das Auto gerufen, um Trinkflaschen auszufassen. Genau in dem Moment ist Cancellara weggerollt. Ärgerlich", meinte Eisel.
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