Zu seinem ersten Tour-Sieg wollte sich Wiggins nach der 9. von 20 Etappen aber noch nicht gratulieren lassen - selbst wenn am vorletzten Tag der Frankreich-Rundfahrt ein noch längeres Zeitfahren auf dem Programm steht, das seinen Qualitäten besonders entgegenkommt. "Das Zeitfahren ist meine große Stärke", versicherte der Leader. "Die Opfer der letzten Monate haben sich bezahlt gemacht. Der Etappengewinn ist ein schöner Bonus."
Vor Augen hat Wiggins aber nur ein großes Ziel: das Gelbe Trikot nach Paris zu bringen. Dabei wird auch sein österreichischer Teamkollege Bernhard Eisel eine Rolle spielen, der für Sky wertvolle Arbeit verrichtet. Wichtigster Helfer für Wiggins bleibt aber sein Landsmann Christopher Froome. Der Brite belegte im Zeitfahren nur 35 Sekunden hinter seinem Chef Platz zwei und schob sich auch in der Gesamtwertung hinter Evans auf Rang drei vor.
Froome betonte im Ziel einmal mehr seine Loyalität zu Wiggins. "Es ist ein weiterer großer Tag für das Team Sky", sagte der 27-Jährige. Sollte Wiggins in den beiden ausständigen Tour-Wochen aber ein Problem haben, könnte Froome als "Joker" für den britischen Rennstall um den Gesamtsieg fahren. Dort bleibt vorerst Evans erster Widersacher. Der Ex-Weltmeister gilt nicht als Zeitfahr-Spezialist, verlor als Sechster 1:43 Minuten auf Wiggins.
Am Dienstag steht in Macon der erste Ruhetag der 99. Tour-Auflage auf dem Programm. Danach bietet sich für Evans auf zwei schwierigen Alpenetappen die Chance zum Angriff. "Wir haben harte Tage hinter uns, aber auch vor uns", meinte Wiggins. Froome liegt in der Gesamtwertung 2:07 Minuten zurück. Dahinter folgen der Italiener Vincenzo Nibali (+2:23 Minuten) und der Russe Denis Mentschow (+3:02). Beide haben im Gegensatz zum dreifachen Bahn-Olympiasieger Wiggins bereits große Landesrundfahrten gewonnen.
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