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Austrias Daxbacher ist sauer auf den Linienrichter

15.03.2010, 14:47
Foto: APA/HERBERT PFARRHOFER / Video: laola
Im 292. Wiener Derby am Sonntag ist ein Mann im Mittelpunkt gestanden, der eigentlich so wenig wie möglich auffallen sollte. Schiedsrichter- Assistent Alain Hoxha gab in der 66. Minute einen äußerst umstrittenen Elfer, durch den Rapid auf die Siegerstraße kam und sich schließlich mit 2:0 durchsetzte - und das in einer Partie auf äußerst dürftigem Niveau, in der es lange 0:0 stand. Mit diesem Resultat hätte Austria- Trainer Karl Daxbacher gut leben können, so aber ließ er seinem Unmut in den Katakomben des Hanappi- Stadions lautstark freien Lauf...

Der 56- Jährige wies schwer verärgert darauf hin, dass Hoxha im Rapid- Nachwuchs gespielt und bei der vergebenen Großchance durch Mamadou Diabang gelächelt habe. "Wenn ich gelächelt habe, dann war mir das nicht bewusst", beteuerte Hoxha.

Hoxha versteht die Kritik nicht

Die Kritik an seiner Rapid- Vergangenheit konnte der 36- Jährige nicht nachvollziehen. "Das ist insofern unfair, weil ich schon im zehnten Derby dabei war und es bisher nie Probleme gegeben hat." Zu seiner Entscheidung, nach einem Zweikampf zwischen Jacek Bak und Mario Konrad auf Strafstoß zu entscheiden, stand Hoxha auch nach Begutachtung der TV- Bilder. "Das war eine unnatürliche Handbewegung von Bak." Dass er in diesem Fall auf Tätlichkeit und Rot gegen Bak hätte plädieren müssen, verneinte der Assistent. "Es war keine Rote Karte, weil die Heftigkeit nicht gegeben war."

Hoxha fungiert in der Bundesliga seit zwölf Jahren als Assistent und brachte es auch schon auf viele Europacup- Einsätze. "So eine Entscheidung kommt aus dem Bauch heraus. Wenn ich ein Foul sehe, zeige ich es an. Egal, ob Rapid gegen die Austria spielt oder es ein weniger wichtiges Match ist - ich muss einfach zu meiner Wahrnehmung stehen", erklärte der Wiener, der in der Schlussphase von Milenko Acimovic dermaßen beschimpft wurde, dass der Austria- Kapitän dafür die Rote Karte sah.

Daxbacher "angefressen"

Hoxha brachte auch Daxbacher zur Weißglut. "Bei einem normalen Spielverlauf wäre ein Unentschieden herausgekommen. In Hütteldorf kann man verlieren, aber wenn man so verliert, ist man angefressen", schimpfte der Niederösterreicher. "Nach dem Elfer haben wir nur noch mit Wut im Bauch gespielt, was verständlich ist. In dieser Situation ist der Schiedsrichter zehn Meter danebengestanden, der Linienrichter 30. Warum dann diese Entscheidung getroffen wurde, weiß ich nicht."

Peter Pacult, der nur zwei seiner 14 Derbys als Rapid- Trainer verlor, enthielt sich in diesem Zusammenhang der Aussage. "Der Schiedsrichter hat so entschieden und aus", erklärte der 50- Jährige, der über den ersten Liga- Sieg in diesem Jahr jubeln durfte. "Aber ob das jetzt die Wende war, kann man nach einem Match nicht sagen. Das werden erst die nächsten Spiele zeigen."

Rapid etablierte sich durch den Erfolg als erster und wohl auch einzig verbliebener ernsthafter Verfolger von Spitzenreiter Salzburg. Der Titelverteidiger bekommt es am kommenden Sonntag auswärts mit einer durch Sperren von Acimovic, Julian Baumgartlinger (gegen Rapid ebenfalls ausgeschlossen) und möglicherweise auch Aleksandar Dragovic (der Verteidiger wurde angezeigt) geschwächten Austria zu tun. Die jüngsten neun Platzverweise bei Derbys betrafen ausschließlich "Veilchen", Rapidler flog gegen den Erzrivalen seit August 2001 keiner mehr vom Platz.

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