Australian Open

Andy Murray ringt Roger Federer in fünf Sätzen nieder

Sport
25.01.2013 13:48
"Prepare, Attack, Destroy" – unter dieses Motto hat der Schotte Andy Murray die heurigen Australian Open für sich gestellt. Und am Freitag handelte er getreu diesem Motto gegen den Schweizer Roger Federer: Er bereitete sich vor, er attackierte und er "zerstörte" letzten Endes seinen Rivalen nach hartem Kampf in fünf Sätzen mit 6:4, 6:7, 6:3, 6:7 und 6:2. Im Endspiel der mit insgesamt 24,16 Millionen Euro dotierten Australian Open am Sonntag trifft Murray nun auf den topgesetzten serbischen Titelverteidiger Novak Djokovic.

Gerade einmal 8:56 Stunden hatte der Brite bis zum Halbfinale in seinen insgesamt fünf Partien auf dem Platz verbracht. Federer brauchte allein am Mittwochabend in der Rod-Laver-Arena über dreieinhalb Stunden, um den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga im Viertelfinale auszuschalten. Womöglich ergab sich daraus ein entscheidender körperlicher Vorteil im direkten Duell zwischen Murray und Federer, das am Ende exakt vier Stunden dauern sollte.

Murray: "Schwer, Roger auf diesem Level zu schlagen"
"Ich hoffe, diese Erfahrungen werden mir im Endspiel helfen", sagte der 25-Jährige nach seinem ersten Erfolg gegen Federer bei einem Grand-Slam-Turnier überhaupt. In der persönlichen Bilanz gegen den Eidgenossen stellte der Schotte aber schon auf 11:9-Siege. "Roger spielt bei den Grand Slams immer sein bestes Tennis. Darum ist es besonders schwer, ihn auf diesem Level zu schlagen", so Murray.

Bei seiner dritten Finalteilnahme in Melbourne wartet auf die Nummer drei der Welt nun am Sonntag aber eine noch schwierigere Aufgabe: Gegner ist der Weltranglistenerste Djokovic, der im ersten Semifinale am Donnerstag den Spanier David Ferrer mit 6:2, 6:2, 6:1 deklassiert und dabei eine Weltklasseleistung gezeigt hatte. "Ich werde mein absolut bestes Tennis spielen müssen, um Novak zu schlagen. Er spielt auf diesem Platz sein bestes Tennis, hier hat er seine größten Erfolge gefeiert", sagte Murray.

Federer verpasste dagegen das 25. Major-Endspiel seiner Karriere und verließ mit hängendem Kopf den Centre Court. Für den vierfachen Melbourne-Champion war beim Grand-Slam-Auftakt zum dritten Mal in Serie im Halbfinale Schluss. Murray war "ein bisschen besser als ich. Aber im Allgemeinen bin ich mit meinem Turnier zufrieden. Ich habe gutes Tennis gespielt und war in guter Form. Andy spielt jetzt mit mehr Selbstvertrauen. Er ist seit seinen Siegen bei Olympia und den US Open ruhiger geworden. Aber ich denke, dass Novak im Finale der Favorit ist."

Murray entschied die meisten langen Ballwechsel für sich 
Murray und Federer boten den rund 16.000 Zuschauern in der Rod-Laver-Arena von Beginn an einen hochklassigen Schlagabtausch. Schon im dritten Aufschlagspiel schlugen sich die beiden Ausnahmespieler den Ball 22-mal um die Ohren - mit dem besseren Ende für den Briten. Es sollte ein Merkmal der gesamten Partie werden, dass Murray die meisten der langen Ballwechsel für sich entschied.

Der 25-Jährige wirkte in seiner ersten Night-Session-Partie bei den diesjährigen Australian Open von Beginn an hellwach und sicherte sich nach 45 Minuten den ersten Durchgang mit 6:4. Doch dann steigerte sich Federer. Der Weltranglistenzweite schlug nun besser auf, agierte druckvoller und hatte vor allem die Fans hinter sich. Als er im Tiebreak auf 4:2 davonzog, tobte die Menge in der schmucken Arena. "Let's go Roger, let's go", hallte es durch das Rund. Nach 1:43 Stunden verwandelte der Eidgenosse seinen ersten Satzball.

Murray konnte Sack im vierten Satz nicht zumachen
Doch Federer konnte das Momentum nicht nutzen. Murray wurde nun wieder stärker und gewann den dritten Durchgang mit 6:3. Im vierten Abschnitt spitzte sich die Spannung zu. Zunächst lag Federer ein Break vorne, doch Murray blieb ruhig und schlug beim Stand von 6:5 zum Matchgewinn auf. Bei 30:15 fehlten ihm nur zwei Punkte zum Sieg, bis Federer auf einmal wieder aufdrehte und erneut einen Tiebreak erzwang.

Das Publikum bejubelte nun jeden Punkt des Schweizers, erneut hallten "Roger, Roger"-Rufe durch das Stadion. Federer nutzte die Euphoriewelle und erzwang den fünften Satz. Dort ging dem Schweizer dann aber die Luft aus. Murray nahm ihm sofort den Aufschlag ab und ließ sich die Führung dieses Mal nicht mehr aus der Hand nehmen.

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