Wer sich vor allem für die Spiele der Xbox One interessiert, fand die Enthüllung der neuen Microsoft-Konsole (siehe Infobox) vermutlich wenig aufschlussreich. Jetzt hat Microsoft angekündigt, schon bald eine Pressekonferenz abzuhalten, die sich primär den Spielen der Xbox One widmet. Auf der Spielemesse E3 in Los Angeles sollen die bereits angekündigten Titel "Call of Duty: Ghosts", Remedys "Quantum Break", das Rennspiel "Forza Motorsport 5" und EAs kommende Sportspiele genauer gezeigt werden. Erwartet werden auch einige Neuankündigungen.
15 Exklusiv-Games im ersten Jahr
Insgesamt 15 Exklusiv-Games hat Microsoft für das erste Jahr der Xbox One versprochen, acht davon sollen ganz neue Spieleserien begründen. Jetzt brodelt die Gerüchteküche, worum es sich bei diesen Games handeln könnte.
Die Spiele selbst sind zwar noch nicht bekannt, allerdings gibt es bereits Hinweise darauf, wer sie machen wird. Einem Bericht des IT-Portals "Golem" zufolge soll eines der Xbox-One-Games von Lionhead beigesteuert werden und auf der Unreal Engine 4 basieren. Lionhead hat sich in der Vergangenheit unter anderem mit "Black and White" und der "Fable"-Reihe einen Namen gemacht.
Black Tusk, Rare und Crytek arbeiten an Xbox-One-Games
Neben Lionhead soll auch das kanadische Studio Black Tusk an einem Spiel für die Xbox One arbeiten. Der Website zufolge soll es sich um ein Großprojekt handeln, das langfristig zu einer bedeutsamen Spielemarke aufgebaut werden soll. Insider rechnen außerdem mit einem neuen "Halo"-Game für die neue Xbox. In England soll unterdessen das mittlerweile zu Microsoft gehörende Entwicklerstudio Rare, bekannt von Klassikern auf Nintendo-Konsolen, an einem Game für die Xbox One arbeiten. Denkbar sei eine Neuauflage der "Perfect Dark"-Reihe, so die Website.
Vom deutschen Entwicklerstudio Crytek soll für die Xbox One ein Actionspiel erscheinen, welches im antiken Rom spielt. Auf der Website zum Spiel, das "Ryse" heißen wird, zählt bereits ein Countdown die Zeit bis zur E3, auf der das Spiel offenbar vorgestellt werden soll. Das Spiel soll auf die CryEngine 3 setzen, die auch schon "Crysis 3" in Szene gesetzt hat.
"Watchdogs", "Thief", "Assassin’s Creed 4" und "Battlefield 4"
Neben den Exklusiv-Werken, die für die neue Microsoft-Konsole in Arbeit sind, erwarten die Spieler aber auch noch einige andere Games auf der Xbox One. Ubisoft hat angekündigt, seine kommenden Actionkracher "Watch Dogs" und "Assassin’s Creed 4: Black Flag" für die Microsoft-Konsole umzusetzen. Square Enix hat bekannt gegeben, die Neuauflage des Schleich-Klassikers "Thief" (siehe Infobox) auf die Xbox One zu bringen. EA hat zudem den "Call of Duty"-Konkurrenten "Battlefield 4" für die Xbox One angekündigt.
Auch wenn man noch nicht viel über die Games der neuen Xbox weiß: Die Tatsache, dass offensichtlich weltweit renommierte Spieleschmieden an neuen Spielen für die Microsoft-Konsole arbeiten, lässt schon jetzt auf einige hochkarätige Titel hoffen. Unklar ist unterdessen weiterhin, wie Microsoft das Thema Gebrauchtspiele handhaben will.
Dementi bei Gebrauchtspiel-Sperre und Onlinezwang
Erste Medienberichte, wonach gebraucht erworbene Spiele nur nach Zahlung einer Gebühr an Microsoft gespielt werden könnten, hat Microsoft inzwischen dementiert. Man designe die Xbox so, dass die Kunden ihre Spiele eintauschen oder weiterverkaufen können, heißt es in Microsofts FAQ zur neuen Xbox. Was genau damit gemeint ist, werde man allerdings erst später näher erklären.
Auch das Gerücht, wonach die Xbox One eine permanente Internetverbindung benötigt, hat Microsoft mittlerweile dementiert. Etwas kryptisch heißt es in den FAQ: "Nein, sie muss nicht immer verbunden sein, aber die Xbox One benötigt eine Internetverbindung. Wir designen die Xbox One als ein All-in-One-Entertainment-System, das mit der Cloud verbunden und stets bereit ist. Wir designen sie aber auch so, dass man Spiele spielen, BluRay-Filme schauen oder fernsehen kann, wenn die Verbindung abbricht". Ein klares "Nein" sieht anders aus. Die Erklärung könnte darauf hindeuten, dass die Xbox One - wie von einem Microsoft-Mitarbeiter bereits zuvor ausgeplaudert - zumindest einmal alle 24 Stunden online gehen muss.
Microsoft verspricht ausschaltbare Kinect-Kamera
Mittlerweile ist Microsoft auch auf das Thema Privatsphäre eingegangen. Weil die neue Kinect-Kamera den Spieler unbemerkt aufnehmen könnte, mit ihrem Mikrofon permanent nach Sprachbefehlen lauschen soll und gleichzeitig ständig mit dem Internet verbunden ist, hatten nach der Präsentation der neuen Xbox manche Beobachter befürchtet, Microsoft könnte die mit der Kinect-Kamera gesammelten Informationen für Werbezwecke einsetzen. Dass ein ans Internet angeschlossenes Gerät, das Bild und Ton aufnimmt, ein gefundenes Fressen für Cyberkriminelle ist, kommt noch dazu.
Wie Microsoft gegenüber dem IT-Portal "CNET" klarstellte, sollen solche Szenarien allerdings zuverlässig verhindert werden. Man achte schon bei der aktuellen Version der Kinect-Kamera auf die Wahrung der Privatsphäre und werde dies auch weiterhin tun, betont man bei Microsoft. Und die Kamera, die übrigens auch für den PC erscheinen wird, soll auf Wunsch auch völlig ausgeschaltet werden können und dann weder Bild noch Ton im Hintergrund aufzeichnen. Das Einschalten der Konsole mit den Worten "Xbox: On!" funktioniert dann freilich nicht mehr.
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