"Hochspannung und gepflegten Vampir-Horror" verspricht Konami den Fans der Kultserie mit dem 3DS-Ableger "Lords of Shadow – Mirror of Fate" - und enttäuscht damit nicht: Nur wenigen Titeln für den Nintendo-Handheld ist es zuletzt so grandios gelungen wie "Castlevania", den Spieler in den Bann zu ziehen und für Stunden an den kleinen 3D-Bildschirm zu fesseln.
Das ist vor allem der geschickten Verknüpfung gleich mehrerer Handlungsstränge zu verdanken, die, obwohl jeweils in unterschiedlichen Epochen angesiedelt, doch untereinander ihre Berührungspunkte und Überschneidungen haben, was beim Durchlauf der gut 20-stündigen Kampagne immer wieder zu Aha-Erlebnissen führt.
Eine Familie und ihr dunkles Geheimnis
Die Handlung des Spiels setzt 25 Jahre nach den Ereignissen des 2010 für PS3 und Xbox erschienen "Castlevania: Lords of Shadow" ein und erzählt die Geschichte von Gabriel Belmonts Nachfahren, Simon und Trevor. Letzterer, ein Ritter aus der Bruderschaft des Lichts, will den Tod der Mutter an seinem Vater rächen. Dieser ist nach Jahren des Exils zurückgekehrt und hat sich auf einer geheimnisumwitterten Burg niedergelassen…
Kenner wissen bereits, dass es sich dabei nicht um eine gewöhnliche Burg handelt. Wie für die Serie typisch, ist Labyrinth wohl eine treffendere Beschreibung für den weitläufigen und verschachtelten Gebäudekomplex, den es aller darin lauernden Gefahren zum Trotz zu durchqueren gilt, um am Ende dem alten Herrn mit den spitzen Eckzähnen gegenüberzutreten.
Hüpfen, metzeln, knobeln
Bis dorthin ist es allerdings ein weiter Weg, der in einem Mix aus Plattform-Kost, Action und kleineren Knobeleinlagen sowie an unzähligen Zombies, Skeletten, Hexen und dergleichen finstere Gestalten mehr vorbeiführt. Sich ihrer zu entledigen, kann selbst auf normaler Schwierigkeitsstufe schnell zur Herausforderung werden. Dies ist dann auch ein, wenn nicht sogar der einzige Kritikpunkt: Manche Gegner sind schlichtweg zu zäh und/oder lästig.
Zu spüren bekommen dies zu allererst die Daumen, kurz darauf gesellen sich mitunter gefrustete Spielernerven hinzu. Zugutehalten muss man "Castlevania" aber, dass die Speicherpunkte stets fair gesetzt sind. Selbst in die besonders fordernden Bosskämpfe, die mehr als stupides Knöpfchen-Gedrücke abverlangen, kann man im Falle des virtuellen Ablebens wieder mittendrin einsteigen.
Nie langweilig
Wer dennoch nicht weiterkommt, sollte vielleicht ein Blick in das Zauber- und Waffenrepertoire werfen, über das jeder Charakter neben der obligatorischen Peitsche, die auch als Wurfhaken fungiert, verfügt. Zur Auswahl stehen je nach Charakter und Spielfortschritt etwa diverse Wurfgeschosse und Bomben sowie Heil- und Schutzzauber.
Auch Flügel für höhere Sprünge, Siebenmeilenstiefel oder etwa die Fähigkeit, sich in einen Wolf zu verwandeln, kommen im Verlauf des Spiels hinzu und erlauben es dem Spieler, damit an bislang unerreichbare Winkel in Draculas Schloss zu gelangen. Letzten Endes ist es diese Mischung aus immer neuen Fähigkeiten, Waffen und Zaubern, die für ein konstantes Maß an Abwechslung sorgt.
Stimmungsvoll inszeniert
Und natürlich nicht zu vergessen: die Optik. "Castlevania: Lords of Shadow – Mirror of Fate" ist ein Paradebeispiel für stimmungsvolle Umgebungen und Kulissen – und zwar von den Außenwelten noch außerhalb der Burg über deren feuchte Kerkerräume bis zur Turmspitze in luftiger Höhe. Zwischendrin warten prächtige und teils bizarre Säle (inklusive Zirkuskarussell und Marionettentheater) voller schaurig-schöner Überraschungen.
Doch auch die Ohren haben die Entwickler bedacht: Sowohl bei der Auswahl der charismatischen englischen Synchronsprecher als auch des Soundtracks legten sie höchste Sorgfalt an den Tag bzw. die Nacht, um auf der Klangebene ein Höchstmaß an Spannung zu generieren.
Fazit: Mit "Castlevania: Lords of Shadow – Mirror of Fate" beweist Publisher Konami eindrucksvoll, dass es Spielen für Nintendos 3DS nicht an Tiefgang mangeln muss. "Mirror of Fate" ist von der ersten Minute an spannend, grandios inszeniert und dabei bis zum Schluss abwechslungsreich und fordernd. Kleinere Abzüge gibt es lediglich für mitunter ausufernde Button-Mashing-Orgien und die etwas zu "quick" über den Spieler hereinbrechenden Quick-Time-Events.
Plattform: 3DS
Publisher: Konami
krone.at-Wertung: 9/10
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